Leseproben

 

"Lausche dem Rhythmus der Worte,
schicke deine Gedanken auf Reisen,
dann wirst du den Zauber anderer Welten
entdecken."

 

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Ein Schneeengel

 

Jette presste ihre Nase an das Fenster, wobei sie die Kälte spürte. Am Morgen nach dem Aufstehen, entdeckte sie die ersten Eisblumen am Fenster, doch noch immer fehlte Schnee. Stattdessen war die Welt draußen grau und nebelig trüb.

Ihre Schwester Frederike war zwei Winter zuvor mit sieben Jahren an Diphtherie gestorben. Als der Arzt die Erkrankung feststellte konnte er ihr nicht mehr helfen. An dem Tag, als sie starb, versprach sie ihrer Zwillingsschwester Jette, dass sie auf die Erde zurückkommen würde – um die Weihnachtszeit, als Winterengel.

Ich werde immer bei dir sein. An Weihnachten komme ich als Winterengel zu dir zurück,“ hatte sie der weinenden Jette versprochen.

Wie soll ich dich denn erkennen?“, fragte Jette verzweifelt weinend, „...und wo soll ich suchen?“

Warte auf den ersten Schnee. Erkennen wirst du mich mit dem Herzen“, antwortete Frederike krächzend. Kurz darauf war sie für immer eingeschlafen.

 

Im Winter des Vorjahres gab es kaum Schnee, allenfalls Schneematsch, der nicht liegen blieb. Das ganze Jahr wartete Jette sehnsüchtig auf den nächsten Winter.

Ende November wurde es empfindlich kalt, über Nacht froren die Weiher zu, auf den Dächern am Morgen sah man Raureif.

Bis zum Nikolaustag war immer noch kein Schnee gefallen, so dass Jette jeden Abend betete, Petrus möge es endlich schneien lassen.

 

Endlich, Mitte Dezember fielen die ersehnten Schneeflocken. Einen Tag und die ganze Nacht lang schneite es.

Mit gemischten Gefühlen zog Jette ihre warmen Stiefel an und ging hinaus. Sanft knirschte der frisch gefallene Schnee unter ihren Stiefelsohlen. Sie bückte sich um mit bloßen Händen einen Schneeball zu formen.

 

Wo bist du?“, fragte sie leise. Dabei schaute sie auf die tauende Schneekugel in ihren Händen. Nichts geschah. Auch am Hügel, der zum Weiher hinunter führte, fand sie keine Antworten. Jette suchte ihre Lieblingsplätze auf, Orte, wo sie gemeinsam gespielt hatten, aber nirgendwo fühlte sie sich ihrer Schwester nahe. Hinten am See standen kahle Kopfweiden. Nachdenklich schlenderte sie dorthin. Niemand hatte die Stelle im Schnee bislang betreten. Langsam tastete sie sich zum Uferrand vor. Das Eis hielt. Es würde gewiss nicht brechen. Vielleicht konnte sie in den nächsten Tagen Schlittschuhlaufen gehen, überlegte sie.

Auf dem Rückweg rutschte Jette auf einer kleinen Eisscholle unter dem Schnee aus und fiel rücklings hin. Dabei ruderte sie einige Male mit den Armen. Selbst als sie auf dem Rücken lag, versuchte sie händeringend aufzustehen. Als sie endlich wieder stand, sah sie die Kuhle im Schnee in der sie gelegen hatte. Sie hatte die Form eines Engels.

Die Schneeengel“, rief sie plötzlich laut aus und legte sich neben die Kuhle in den frischen Schnee. Dann begann sie Arme und Beine zu bewegen, so dass der Abdruck eines zweiten Schneeengels entstand.

Als der Engel fertig war, hörte Jette plötzlich das Lachen ihrer Schwester neben sich. Für einen kurzen Moment sah sie ihre Schwester neben sich im Schnee, wie sie die Hand ausstreckte. Als sie ihre Hand berühren wollte, fühlte sie etwas flauschig-weiches zwischen den Fingern. Überrascht stellte sie fest, dass sie eine große weiße Feder in ihrer Hand hielt.

Sanft strich sie mit der Feder über ihre Lippen, dann drückte sie sie an ihr Herz.

Danke, Frederike“, flüsterte sie mit Tränen in den Augen.

Jetzt weiß ich, uns kann nichts trennen!“

 

© Dorothea Möller November 2018

 


Ein Hund mit Namen Voodoo

Seit einigen Wochen verirrte sich eine streunende, abgemagerte Katze auf den Bauernhof. Die Kinder waren hellauf begeistert, als sie sich nach Wochen anlocken und füttern ließ. Irgendwann konnten sie das noch junge Tierchen sogar streicheln.

„Sie sucht sicher ein neues Zuhause“, versuchten sich die Kinder aufs betteln. Letzten Endes gaben die Eltern nach. Sie erlaubten, dass die Katze bleiben durfte. Unterschlupf fand sie im Stall. Sie erhielt den Namen Miez und wurde von der sechsjährige Anna getauft, indem sie eine Wasserflasche über ihr ausgoss... Miez war alles andere als begeistert. Seitdem suchte seitdem sie das Weite, wenn sie Anna sah.

Es wurde kühler, die Blätter der Laubbäume färbten sich bunt. Nach den ersten Herbststürmen lagen reichlich abgestorbene Äste Eicheln, Kastanien und Bucheckern, im Sumpfwald, die nur darauf warteten eingesammelt zu werden. Mit vollen Körben durchstreiften die drei Kinder bis zur Dunkelheit das Waldgebiet.

„Wir müssen nach Hause“, drängte Felix seine Schwestern.

„Ich muss noch bunte Blätter von verschiedenen Baumarten für die Schule einsammeln“, brummte Laura.

„Dazu hattest du doch genügend Zeit“, beschwerte sich ihr Bruder ungehalten. Er wusste genau, den Ärger bekam er, falls sie bei Anbruch der Dunkelheit nicht auf dem Hof sein würden. Ihre Eltern sahen es nicht gerne, wenn sie in der Dunkelheit im Sumpfwald waren.

„Ich brauche diese Blätter aber“, beharrte Laura, als ihre kleine Schwester plötzlich erschrocken nach ihrer Hand griff.

„Psst, da war was...“, sagte sie verschreckt.

„Quatsch, da ist nichts“, sagte Laura und schüttelte ihre Hand ab.

„Doch, Hirngespinste,“ unkte Felix und lachte sie aus.

„Doch, jetzt habe ich auch etwas gehört. Es klang wie ein winseln.“ Laura horchte in Wald hinein.

„Ihr spinnt doch alle beide!“ Felix war genervt.

Er ging einige Schritte vor, als auch er ein langgezogenes Jaulen hörte.

„Das ist ein Hund“, rief er.

„Vielleicht sitzt er im Moderloch und kommt nicht allein heraus“, kommandierte er. Schon rannte er los.

Atemlos kam er am Moderloch an, doch dort war das Tier nicht. Der mittelgroße, schwarze Hund lag ein Stück weiter unter einer dünnen, umgestürzten Birke. Offensichtlich konnte er sich selbst nicht befreien.

„Los, wir müssen ihm helfen“,kommandierte Felix, „wer weiß wie lange er dort schon festsitzt.“

„Was ist, wenn der beißt?“, jammerte Anna, die Jüngste.

„Der ist froh, wenn wir ihm helfen“. Laura streckte ihre Hand aus, ließ ihn daran schnuppern.

„Ist ja gut, wir helfen dir.“

Beruhigend sprach sie auf das unruhige Tier ein. Dabei versuchte sie gemeinsam mit Felix den kleinen umgestürzten Baum anzuheben, während Anna neugierig, aber ängstlich Abstand nehmend zusah.

„Du kannst auch mal helfen“, fuhr Laura sie an. „Locke ihn mit irgendetwas hervor..“

„Komm, Hundchen, komm“, rief die sechsjährige beherzt, als ihr nichts besseres einfiel.

Mit scheinbar letzter Kraft kroch er etwas vorwärts.

Entschlossen hob Laura ihn hoch, was er widerstandslos zuließ. „Schau nach, ob am Halsband eine Hundemarke ist oder ob es einen Hinweis auf seinen Namen gibt“, riet Felix.

„Im Halbdunkeln sehe ich nichts“, wehrte Laura ab.

„Dann nehmen wir ihn mit nach Hause“, sagte Felix entschlossen.

 

Daheim angekommen, schauten sie sich die Marke am Halsband an.

„Da steht etwas. Ich kann es kaum lesen, so zerkratzt ist die Marke...“, rief Felix erstaunt.

„Lasst mich mal einen Blick drauf werfen“, verlangte ihre Mutter, sie hielt bereits eine Lupe in der Hand.

Mit angehaltenem Atem standen die Drei um sie herum, in der Hoffnung, dass sie den Namen entziffern könnte.

„Da steht eindeutig Voodoo.“ Überrascht schüttelte die Mutter den Kopf. „Da hat sich jemand einen Schmerz erlaubt.“

„Aber wir dürfen ihn erst einmal behalten,ja?“

Prüfend sah die Mutter sie an. In Gedanken schien sie abzuwägen, was das Richtige sei.

„So lange bis seine Verletzungen am Rücken abgeheilt sind. Außerdem humpelt er noch ein wenig. In der Zwischenzeit horcht ihr in der Nachbarschaft oder im Ort herum, ob jemand einen Hund vermisst.

Sie bereiteten ihm ein kleines Lager in der Küche. Er schien gut erzogen, denn er pinkelte nicht einmal in die Küche. Sobald er raus wollte, meldete er sich. Nach einigen Tagen ging es ihm wieder besser und er sprang munter herum. Doch niemand schien ein Tier zu vermissen.

„Wir werden ein Foto von ihm machen, dazu schreiben wir einen kurzen Text und hängen Fotokopien an den Bäumen entlang der Schnellstraße auf. Vielleicht kam er von der anderen Seite der Ortschaft“, mutmaßte ihr Vater.

 

Kaum war der Hund im Haus geschahen merkwürdige Dinge. Am Morgen lagen mit einem Mal tote Ratten vor der Haustüre. Vorräte aus der Kammer verschwanden, obwohl das Tier genügend zu fressen bekam.

Am Reformationstag, den viele Jugendliche im Ort als Halloweentag feierten, wurde Voodoo unruhig. Der Tag begann mit einigen Aufregungen – Miez war verschwunden und unauffindbar. Voodoo jaulte den halben Tag oder kläffte aus unbekannten Gründen die Schafe an.

„Irgendetwas stimmt mit dem Hund nicht“. Der Vater wirkte besorgt. „Er wird doch nicht krank sein oder gar die Tollwut haben“, überlegte er.

Hatte er vielleicht etwas mit den Ratten oder dem Verschwinden der Katze zu tun? Es gab immer noch keinen Hinweis auf seinen Besitzer.

 

Auch Felix machte sich Sorgen. An einem Abend in der dunklen Küche leuchteten seine Augen so merkwürdig. Schließlich kam er aus dem Sumpfwald. Die Leute im Ort erzählten sich, dass es dort Geister gäbe. Bislang hatte er nicht daran geglaubt, aber jetzt...?

Kam Voodoo vielleicht aus der Zwischenwelt und wurde um Mitternacht zur Bestie? Was war, wenn er jemanden aus der beißt und Derjenige wohl möglich eine Verwandlung durchmachte? Felix liebte Horrorgeschichten und hatte schon viele gelesen, dass seine Phantasie mit ihm durchging.

Würde Voodoo am Ende der Nacht ein anderer, der durch den Schleicher der Zeiten gehen musste? Viele Fragen geisterten in seinem Kopf herum. Vielleicht reißt er unsere Schafe, weil er zum Werwolf mutierte?

Mittlerweile lief Felix ebenso aufgeregt hin und her wie Voodoo.

Die Nacht wurde stürmisch. Schaurig heulte der Wind lautstark ums Haus. In dieser Nacht schliefen alle Bewohner im Hause sehr unruhig... Ob es an den Schauergeschichten lag, die jeder zu erzählen wusste?

 

Am Morgen des Allerheiligentag war der Spuk vorüber. Voodoo hatte weder rote Augen, noch war er zum Monster geworden.

Und Miez? Als Anna am Morgen die Kaninchen fütterte, hörte sie Geräusche, die sie nicht zuordnen konnte. Vorsichtig schlich sie weiter, dann hätte sie beinahe laut los gejubelt. Dort lagen fünf kleine Kitten. Miez hatte in der Nacht Kinder zur Welt gebracht. Vermutlich war sie deswegen verschwunden.

Voodoo schien genauso wenig ein Herrchen zu haben, wie Miez einen Besitzer. So blieb auch er auf dem Hof. Da er sehr gelehrig war, wurde er im Folgejahr zum Hütehund für die Schafe ausgebildet...

 

 

Warnung aus dem Jenseits

Seit einigen Nächten plagten Sophie Alpträume. Sie schob es auf den Stress ihrer Hochzeitsvorbereitungen, die sie annähernd im Alleingang organisieren musste. In einer knappen Woche würde sie Robert, einen charmanten gutaussehenden Geschäftsmann heiraten. Seit Vaters Schlaganfall war alles sehr schnell gegangen. Sie wusste als Galeristin zu wenig von den geschäftlichen Dingen, um das väterliche Gestüt allein verwalten zu können. Dass es verschuldet war, ahnte Sophie nicht. So oft es ihre Zeit erlaubte, war sie an der Seite des Vaters, der im Sanatorium lag. Robert, ein Freund der Familie, kümmerte sich zwischenzeitlich um Ratenverträge, deren Tilgung und darum, dass Pferde aus der Zucht auf Auktionen verkauft wurden.

Robert war der Ansicht, Sophie wüsste besser in Hochzeitsangelegenheiten was zu wäre. So suchte sie ihr Brautkleid an einem Nachmittag quasi im Vorrübergehen aus, schrieb die Gästeliste, die überwiegend aus Geschäftsfreunden bestand, sowie die Einladungen und bestellte das Menü. Zuletzt suchte sie sogar den Blumenschmuck für die Kirchendekoration allein aus. Sie wusste nicht einmal, welche Blumen ihm gefallen würden… Eine gute Woche vor der Hochzeit hatten sie immer noch keine Ringe. Erst zu diesem Zeitpunkt fiel Robert ein, dass sie ja auch Ringe benötigten… Wieder überließ er es ihr, eine Vorauswahl zu treffen, da er geschäftlich in Ausland war. Langsam fragte sich Sophie, ob sie einen Geist heiraten würde. Sie kannte Robert seit einigen Jahren, doch wirklich viel wusste sie nicht über ihn, stellte sie jetzt fest. Er war bereits zwei Mal verheiratet gewesen, kinderlos und… Seufzend stand sie auf, vertrieb die trüben Gedanken und duschte. Nach einer Weile kehrten ihre Gedanken automatisch zum Alptraum zurück.

Der Traum kehrte regelmäßig wieder, sie erwachte an derselben Stelle:

Sophie stand vor dem Altar als sie eine schöne Geisterjungfrau in kostbaren Gewändern aus Samt und Seide auf einer Fensterbank im Seitenfenster der Kapelle sitzen sah. Selbige beschimpfte Robert als Verbrecher und Mörder…. Sophie schauderte als sie ihren Spiegelschrank öffnete. Versehentlich hebelte sich dabei die Türe aus. Diese rutschte ihr aus den beiden Fingern, mit der sie sie öffnen wollte und tausende kleine Scherben flogen beim Aufprall über den Boden. „Verflixter Mist“, rief sie. Die Spruchweisheit mit den sieben Jahren Glück oder Unglück beim Zerbrechen eines Spiegels ging ihr durch den Sinn. Energisch schüttelte sie den Kopf. Nachdem sie aufgekehrt und gesaugt hatte, fuhr sie zum Gestüt. In der Küche traf sie Martha die Köchin und Seele des Hauses, seit ihre Mutter verstorben war. „Du siehst schlecht aus Kind“, begrüßte sie Sophie und goss ihr eine Tasse Kaffee ein, welche sie ihr mit einem prüfenden Blick reichte. „Wieder der Alptraum“, fragte Martha. Sophie nickte. „Vielleicht enthält er eine Botschaft aus deinem Unterbewusstsein“ philosophierte Martha. „Ja, dass ich zu viel allein regeln musste“, erklärte Sophie finster. „Gleich fahre ich zu Papa ins Krankenhaus, dann zur Anprobe des geänderten Brautkleides…“ „… ja und für den Rest des Tages nimmst du frei“, stoppte Martha energisch ihre Planungen. „Denk in Ruhe über diesen Traum nach. Vielleicht kommst du von selbst auf die Lösung oder auf das, was die Geisterjungfrau gerade dir sagen möchte…“ Sophie nickte geistesabwesend. „Hinter allem steckt nicht nur eine Botschaft, sondern auch eine Weisheit – du wirst hinter das Geheimnis kommen“, prophezeite ihr Martha.

Die Alpträume kamen nicht zurück, vermutlich weil Sophie jeden Abend todmüde ins Bett fiel. Robert und sie hatten zwischen zwei Terminen die Ringe ausgesucht. Am Tag vor der Hochzeit ging Sophie zur Kirche um zu beten. Ihr stockte der Atem nachdem sie die Seitenkapelle betrat. Verwüstung, wohin sie auch blickte! Umgestürzte Kirchenbänke, heruntergerissene Holzbilder vom Kreuzweg, Kerzenständer und Kerzen lagen zwischen zerfetzten Gesangbüchern mitten im Raum. Das Kreuz lag abgehangen auf den Boden, die Scheiben der Kirchenfenster mit seltsamen Zechen beschmiert. „Nurdas Fenster auf dem die Jungfrau in ihrem Traum gesessen hatte, war merkwürdigerweise verschont geblieben“ bemerkte Sophie aus den Augenwinkeln. Fassungslos sah sie sich um. Wer konnte solch einen Groll gegen sie, Robert oder gegen ihre Verbindung hegen...? Der Pfarrer betrat durch die Sakristei seine Kirche und sah in stummer Entrüstung und Entsetzen auf die Verwüstung. „Oh meine Gott, welch eine Süde, welche Blasphemie“, stammelte er fassungslos. Zum Glück war nichts massiv beschädigt oder gestohlen worden, so dass sie sich entschieden keine Polizei einzuschalten. „Ich verstehe es auch nicht“, murmelte Sophie. Sie griff zum Handy, versuchte Robert anzurufen, doch sie erreichte nur die Mailbox. „Typisch, wenn man ihn braucht, ist er nicht erreichbar“, dachte sie erbost. Danach informierte sie Martha, rief einige enge Freund an, schilderte die Situation und bat sie rasch zu kommen. Alle kamen und halfen die Kirche aufzuräumen, putzten die Fenster und räumten gründlich auf. Robert hatte sich nicht gemeldet.

Als sie Daheim zur Ruhe kam, dachte sie noch einmal nach. Zweifel an ihrer Verbindung kamen in ihr auf. Liebte er sie oder stand die Zweckgemeinschaft für ihn im Vordergrund? Durch den Verkauf der Pferde hatte auch er verdient, so war es vertraglich vereinbart. Sie mochte seine zupackende Art, seinen trockenen Humor, schätzte ihn als Geschäftsmann… aber sie liebte ihn nicht. Sie wusste, dass er bereits zwei Mal verheiratet war, beide Frauen waren verstorben. Die erste sei unter mysteriösen Umständen im Schlaf an einer Atemlähmung verstorben, die zweite bei einem Autounfall. Beide waren vermögend, Robert der Alleinerbe. Ein böser Verdacht wuchs in ihr… Beide Ehen bestanden nur wenige Monate… Morgen würde sie heiraten, was würde geschehen, wenn er wirklich ein Mörder war… Sie zwang sich den Gedanken nicht zu Ende zu denken! In dieser Nacht träumte sie nicht von der Kirche, sondern dass die Jungfrau an ihrem Bett stand und sie eindringlich warnte. „Sophie, wach auf. Du darfst ihn nicht heiraten, sonst wird dein Ende tragisch sein, wie einst das Meine!“ Sophie war in einer Art Halbwachzustand. Ihr Unterbewusstsein wollte weiterzuschlafen, da sie wollte wissen, was die Geisterjungfrau ihr noch zu sagen hatte. „Robert war im früheren Leben Heinrich der Achte und ich war einst seine Frau. Damals starb ich auf dem Schafott. Heute bringt er seine Frauen auf eine andere Art um… Sophie sah sie klar vor ihrem geistigen Auge und schlug mit klopfendem Herzen schweißgebadet die Augen auf. In ihrem Kopf hallte noch die Stimme der Erscheinung nach. Sie rief noch: „…ich bin Anna Boleyn, vertrau mir…“.

Zitternd schob Sophie die Gedanken von sich, die sich in ihrem Kopf überschlugen. Sie war entsetzt! Bebend vor Angst fuhr sie zu Martha und berichtete stockend vom Traum. „Was soll ich tun“, fragte Sophie völlig aufgelöst und weinend. Martha antwortete: „Die seltsamen Geschehnisse, die wochenlangen Alptraume, der zerbrochene Spiegel und die verwüstete Kirche können kein Zufall sein! Tritt vor den Altar – wenn sie dich schützen will, erscheint sie wirklich…!“ Entgeistert sah Sophie Martha an. „….bist du sicher…oder werde ich einfach nur wahnsinnig“, stammelte sie. „Sie wird erscheinen, da ich bin ganz sicher!“

Der gutaussehende, selbstbewusste Robert stand am blumengeschmückten Altar und wartete auf seine Braut. Die Kirche war wunderschön geschmückt und alle Gäste erschienen. Die Musik setzte ein, als Sophie die Kirche mit klopfendem Herzen betrat. Sophie schritt den Gang entlang, wartete auf ein Wunder eine Art Absolution, die sie vor der Heirat schützen konnte. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie verstohlen das Fenster, wo im Traum die Geisterjungfrau gesessen hatte. Der Pfarrer war bereits bei der Predigt, doch nichts geschah. Als die Orgel erneut ein Lied anstimmte, verdunkelte sich das Fenster, welches Sophie die ganze Zeit beobachtet hatte. Eine Gestalt wurde sichtbar und schwebte zum Altar herab. Niemand schien etwas davon zu bemerken. Ein Ruck ging durch Roberts Körper, er wurde bleich wie die Wand. Anna stand aus dem Nichts vor ihm und hielt einen Dolch in der Hand. „Du hast lange genug gemordet und dich deiner Frauen entledigt. Das muss ein Ende haben! Sie stach mit dem Dolch in sein Herz, doch nichts geschah. Er sah Anna fassungslos an und grinste dann hämisch. In diesem Moment begriff Sophie, dass Robert die Geisterjungfrau auch sehen konnte und sie kein Hirngespinst ihrer überreizten Nerven war. Die Haupttüre der Kapelle wurde plötzlich aufgerissen, einige uniformierte Polizisten verteilten sich in die Kirche. Ein Raunen ging durch die Menschen, viele reckten die Hälse um besser sehen zu können. Ein Mann in zivil trat vor den Altar. „Sie entschuldigen bitte dass wir die Zeremonie stören, doch glauben Sie mir, es ist das Beste, was Ihnen passieren konnte“, wandte er sich an Sophie, während er ihr seine Polizeimarke zeigte. An Robert gewandt sagte er: „Sie sind verhaftet wegen des Mordes an ihren beiden Ehefrauen. Wir wissen, wie sie beide umgebracht und sich das Vermögen als Alleinerbe erschlichen haben…“ Ein lautes Stimmengewirr erhob sich, einige Gäste verließen geschockt die Kirche, andere diskutierten lautstark während Robert in Handschellen aus der Kirche geführt wurde. Bisher hatte er kein Wort gesagt, dann brach es plötzlich aus ihm heraus. „Ich komme wieder Anna Boleyn und du wirst tausend Tode sterben“. Sophie stand allein in der leeren Kirche, nur Martha wartete im Seitengang auf sie, als Anna Boleyn im Lichtschein der durchs Fenster einfallenden Sonnenstrahlen aus Fleisch und Blut sichtbar wurde. „Ich danke dir Anna, ich danke dir von ganzem Herzen, auch wenn ich deine Warnung am Anfang nicht wirklich verstanden habe…“, flüsterte Sophie. Anna schenkte ihr ein strahlendes Lächeln, nickte ihr zu und verschwand in einem Nebelhauch.

Diese Geschichte erschien in der Hochzeitsanthologie: Verliebt, verlobt... Die fantastisch schaurige Hochzeitsanthologie: Grusel, Romantik, Hochzeit, Heirat, Altar, Fantasy in der Toma Edition.


Was arbeitet eine Nonne, Mama...?

Allen Besuchern meiner Webseite wünsche ich viel Freude beim Entdecken, Lesen und Stöbern. Herzlichst Dorothea Möller

Als meine Großmutter ins Krankenhaus musste, waren unsere Kinder noch recht jung.

Dort fand ihre erste Begegnung mit einer Nonne im traditionellem Ordenshabit und Kopfschmuck statt. Eingeschüchtert von der schwarz-weißen Kluft, drückten sich beide Kinder enger an mich.

Die Nonne war etwa so alt wie ihre Oma und offensichtlich sehr kinderfreundlich.

„Hallo, ihr Zwei,“ sprach sie unsere Söhne an, „ihr braucht keine Angst zu haben. Ich heiße Gundhild und versorge hier die Kranken.“

Sie streckte ihre Hand aus, um beide zu begrüßen.

Nur zögerlich gaben unsere Kinder ihr die Hand.

„Ich denke, Ihre Ordenstracht wirkt sehr beeindruckend,“ versuchte ich die Befangenheit der Kinder zu erklären.

„Das kennen wir. In der Regel verlieren sie rasch ihre Angst, wenn sie uns auf der Station bei unserer Arbeit erleben“ erklärte sie mir lächelnd. „Oder wir sie mit Keksen ködern,“ setzte sie lachend hinzu.

Später im Krankenzimmer fragte unser vierjähriger Sohn leise: „Mama, was machen die Nonnen den ganzen Tag?“

„Weißt du, sie nehmen die Patienten hier auf, bereiten die Krankenakten vor und arbeiten auf den Stationen. Dort teilen sie Essen aus, oder helfen den Leuten beim Aufstehen aus dem Bett, beziehen die Betten neu“ , erzählte ich.

Aufmerksam lauschte er meinen Worten.

„Andere helfen in der Küche oder backen Kuchen für den Nachmittagskaffee in der Cafeteria. Vorhin, als wir ankamen haben wir auch eine der Nonnen mit einem Bücherwagen gesehen, vermutlich verleihen sie auch Bücher und verteilen Zeitungen,“ erklärte ich ihm.

„Mama, Tante Barbara sagt, sie sind nicht immer fröhlich.“

„Warum sollten sie immer fröhlich sein? Du, oder Tante Barbara seid auch nicht immer fröhlich..“.

Ich verstand den Sinn hinter seinen Worten nicht so ganz.

Was hatte meine Cousine den Kindern nur erzählt?“, überlegte ich.

Doch da plapperte mein Sohn schon munter weiter.

„Tante Barbara sagt, sie sind alle mit demselben Mann verheiratet – das geht doch gar nicht...“.

Im ersten Moment schluckte ich. Das war eine heikle Situation, bei der ich mit Fingerspitzengefühl vorgehen und viel erklären musste.

„Ich glaube, deine Tante meinte, dass alle Nonnen, die in den Orden eintreten, ein Gelübde ablegen und so eine Braut vom lieben Gott werden.“

„Mama, das geht doch gar nicht, der liebe Gott kann doch nicht so viele Frauen haben“, erklärte mir mein Sohn nun altklug.

„Mein Schatz, der liebe Gott ist der einzige Mann, der so viele Frauen hat.“

„Das ist aber unfair Mama. Du sagst immer man soll gerecht sein.“

Na wurderbar“, dachte ich. „Mit ihrer unbedachten Äußerung hatte meine Cousine ja so einige Überlegungen bei meinem Sohn in Gang gesetzt, was ich nun ausbaden musste.

Während ich noch nach den richtigen Worten suchte, hellte sich plötzlich das Gesicht von meinem Kind auf.

„Mama, weißt du was?“ Mit bangem Gesicht erwartete ich seine nächste kindliche Idee.

„Wenn ich groß bin werde ich Nonnerich, dann sind die Nonnen auch nicht mehr traurig....“

 

Die Smaragdeidechse

Die Hitze des Tages wich einem aufkommenden Wind, der Mensch und Tier die Hoffnung auf ein abkühlendes Gewitter brachte. Seit Tagen lastete große Hitze über dem kleinen Dorf. Die Wiesen und Felder waren trocken, das Gras auf den Feldern bereits braun. Der aufkommende Wind wirbelte Staub und Sand auf, der ganze Ort wurde von einer Sandwolke eingehüllt.

Der See, eben noch spiegelglatt, kräuselte sich an der Oberfläche. Die Schnur der Angel wurde zur Seite abgetrieben, und Andreas bemühte sich, sie zu halten, und so zu lenken, dass sie sich nicht im Schilf verfing. Das war es dann wohl mit dem Angeln, dachte der Junge.

Erst Wolken türmten sich auf, Windboen kamen auf. Das Seeufer, an dem er angelte, lag geschützt an einem Wald.Traurig sah er in den Eimer. Zwei Rotfedern und drei kleine Barsche hatte er gefangen. Das reichte kaum für das Abendessen. Kein gröerer Barsch oder gar ein Hecht gingen an den Haken. Missmutig holte er seine Angel ein, raffte seine Sachen zusammen und lief den schmalen Pfad zum Wald hinauf, als er für einen Moment lang ein geisterhaftes Licht auf- und abhüpfen sah. Einige der hohen Fichten schwankten bereits im Wind, wobei ein knarrendes Geräusch zu hören war.

Andreas sah hinauf, die Baumspitzen schienen im Wind zu tanzen. Den halben Weg hatte er bereits hinter sich gebracht, als der erste Kartoffelacker des Dorfes sichtbar wurde. Wieder sah er eine kleine Lichtkugel. Die unwirklichen Geräusche im Wald waren ihm nicht ganz geheuer. Ein sonderbares Rauschen unterbrochen von einem Schnaufen, beunruhigten ihn. Die Töne kamen vom See. Jetzt hörte er ein rhythmisches Klatschen, als würde ein Ruder auf das Wasser geschlagen. Außerdem glaubte er ein whispern vernommen zu haben. Er schalt sich einen Narren, er war kein Angsthase und schon dreizehn Jahre alt. Klar, es gab viele Geschichten vom See. Opas Geschichte von der Smaragdeidechse im See, die alle hundert Jahre erschien, hatte ihm schon Furcht eingeflößt - und Furcht war kein guter Begleiter, wenn man allein im Wald unterwegs war. Da! Wenige Sekunden lang sah er wieder einige Lichter!

Die Sage besagte, dass auf dem Grund des Sees eine alte Rieseneidechse schlief.Sie war ein Wesen der Zwerge, Zwilde, Elfen, sowie der Timpte und Langhüte. Diese lebten in der Frühzeit unter den Dächern der Menschen.

Die Elfen gingen in den Wald. Angeblich starben sie vor Kummer und wurden zu Irrlichtern.

Die Zwerge gingen in die Berge, schürften nach Gold, Edelsteinen und was immer sie im Gestein an wertvollen Mineralien finden konnten.

Timpte und Langhüte waren den Zwergen ähnlich und gehörten zum kleinen Volk. Sie verließen den Ort und niemand wusste, wohin sie gegangen waren.

Die Zwilde waren kleine, hinterlistige, handwerklich nicht bewanderte Gestalten. Sie versuchten den Menschen Vieh abzugaunern oder verlangten einen Teil der Ernte. Eine Gegenleistung erbrachten sie nicht. Sie lebten in den Tag hinein, lungerten auf Wiesen oder in den Ställen herum, oder trieben Schabernack. Die Menschen ließen sich nicht darauf ein, ihnen etwas von der Ernte abzugeben. Da drohten die Zwilde mit Ungezieferplagen - wie Nacktschnecken, Heuschrecken oder Kartoffelkäfern - welche ganze Ernten vernichteten. Die Menschen wussten schon bald. wie das Ungeziefer überlistet werden konnte, sodass die Zwilde missmutig verschwanden.

....

Die Zwilde hatten, gerissen, wie sie waren, mithilfe von Magie ein mystisches Wesen erschaffen, welches am Grund des Sees schlief und etwa alle hundert Jahre erwachte, um zu fressen. Das war ihre Rache, weil die Menschen ihnen keine Ernteerträge abgeben wollten. Die Dorfbewohner waren machtlos und sahen hilflos zu, wie ihre gesamte Ernte innerhalb eines Tages von einem gefräßigen Monster vernichtet wurde. Warum die Lichter vorher erschienen, wusste niemand, man glaubte, sie gehörten zu den Irrlichtern, die ins Verderben führten.

In jenem Jahr litten die Familien Hunger und viele verließen das Dorf. Nach fast einem Jahrhundert, die Geschichte war fast in Vergessenheit geraten, ging es den Menschen wieder gut. Niemand dachte an die alten Ereignisse. In Andreas Familie, geriet die Geschichte nicht in Vergessenheit. Sie legten Saatgutvorräte an, die verschlossen im Keller lagerten. Man hoffte, dass die Echse hier nichts finden würde.

Andreas atmete tief ein, um sich zu beruhigen. "Was wäre, wenn heute die hundert Jahre erneut um wären?" Er schüttelte den Kopf und ging weiter. "Warum sollte ausgerechnet er den Lichtern und der Echse begegnen...? Doch da waren schon wieder die Lichter", dachte er. Ein dumpfes Beben verunsicherte ihn noch mehr. Es klang, als würde ein Riesenfuß auf den  Boden treten. Er hatte laut gesprochen und war erschrocken vor dem rauen Klang seiner Stimme - er hörte seine eigene Angst. Rasch lief er in Zickzacklinien durch den Wald. Einige Lichter folgten ihm, blinkten auf und verschwanden. An einer Fichte stellte er seinen Eimer und die Angel ab. So schnell er konnte, kletterte er hinauf auf den Baum. Dann sah er sie - Hunderte LIchter - und hörte die dumpf bebenden Schritte, die bedrohlich näher kamen. Angstvoll hielt Andreas den Atem an. Fürsorglich hängte er seinen Einer an einen Ast. Vermutlich würde die Echse die Fische riechen, oder die Lichter ihn verraten. Andersherum, die Echse fraß keine Menschen, spekulierte er. "Würde er das Tier mit sich fortlocken können?"

Er dachte nicht lange nach. Rasch kletterte er von der Fichte hinunter. "Wahrscheinlich folgen mir auch die Irrlichter..., dennoch ich muss es versuchen!" Seine Steinschleuder und eine Kieselsteine trug er immer in der Hosentasche bei sich. Die riesige Echse lief über einen Kartoffelacker und schmatzte hörbar. Offenbar hatte sie großen Hunger. Das Grün der Kartoffelpflanzen und Erde flogen durch die Luft, die sie aufscharrte, um an die Kartoffeln zu gelangen. Zwar hatte er große Angst, doch die Aussicht, die Smaragdeidechse ein für allemal loszuwerden, ließen ihn seine Angst überwinden. Er lief vorsichitg zurück an den Feldrand, hielt Ausschau.

Plötzlcih sah er sie in geschätzen vierzig Metern Entfernung. Durch die Magie waren ihre Schuppen in smaragdgrüne Edelsteine verwandelt worden. Sie glitzerte und schimmerte bei jeder Bewegung. Eigentlich war sie wunderschön anzusehen, wenn sie nur nicht so groß und gefräßig wäre. Lichter tanzten über ihren Rücken und ließen sie hell erstrahlen. Er hob seine Steinschleuder und schon traf sie eines der Steinchen. Sie schaute in seine Richtung und whisperte, so dass die Luft erbebte. Die sie umgebehenden Lichtpunkte stoben auseinander und flogen auf den Jungen zu. Die lange Zunge schnellte der Eidechse aus dem Maul, sie trotete langsam in seine Richtung.Dennoch änderte sie kurz darauf ihren Entschluss und begann erneut zu fressen.

Wieder schoss er ein Steinchen auf das Tier. Dieser Angriff schien ihr nicht zu gefallen. Sie setzte sich in Bewegung. Andreas spurtete zur Landstraße. Am Beben des Bodens spürte er, dass die Echse ihm nun doch folgte. Jetzt wurden immer mehr Lichter sichtbar. "Vielleicht ist ein bewegliches Ziel doch interessanter", überlegte er.

Er rannte in Richtung Lieper Moor. Hier kannte er sich aus, da sein Onkel Torfstecher war und ihn schon einige Male mitgenommen hatte. Die Eideches schien langsamer zu werden, ebenso die ihr folgenden Lichter. Also blieb Andreas stehen und nutzte die Zeit zum Verschnaufen. Doch was geschah nun? Die Irrlichter ware mit einem Mal vor ihm. Ein leises Flüstern lag in der Luft, und mit einem Mal umringten ihn hunderte Lichter. Hunderte zarte Stimmen summten an seinen Ohren. Einige Wortfetzen verstand er: "....begleiten dich...., ...beschützen die Menschen.....! ...... lauf los...!"

Aufgeregt versuchte er sein aufgeregt klopfedes Herz zu beruhigen. Rechts und links war nur Wald, nichts fressbares für das Tier und keine Möglichkeit sich vor den Lichtern zu verstecken, die ihn umkreisten. Die Leuchtpunkte vereinigten sich zu einem Lichtpfeil und schossen in seinen Fischeimer. Sein Blick fiel auf die Fische. Jetzt verstand er. Die Irrlichter wollten ihm offensichtlich helfen.

"Danke", flüsterte er leise. Jetzt kippte er etwas Wasser auf den Weg und legte eine der Rotfedern dazu. Er rannte erneut los, als er die schweren Schritte erneut hinter sich vernahm.  An der Weggabelung lief er rechts in den Wald. Eine Lichterfrau aus tausenden Lichtpunkten wartete bereits auf ihn. Sie streckte den Arm aus und zeigte auf das Moor....Fortsetzung...

 

Diese Geschichte wurde in "Mythen über Irrlichter" im Net-Verlag  im Jahr 2015 - ISBN: 978-3-95720-071-6 veröffentlicht.

 

 

Sch(l)üsselerlebnisse

Schlüsselerlebnisse sind Ereignisse, die uns oder jemandem geschehen, und die man im Kopf behält, weil man sich einen Aspekt besonders einprägt. Kommt man erneut in eine ähnliche Situation, fällt einem dieses eine Erlebnis sofort wieder ein.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatten meine Mutter und ich im doppelten Sinne des Wortes. Vor einigen Jahren gab es einen Rohrbruch im Forsthaus meiner Großmutter auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern. Damals wurde dabei die Toieltte beschädigt. Die Arbeiter bauten zwar eine neue ein, doch die alte Schüssel ließen die Arbeiter einfach hinter einer Hausecke stehen. Als wir im Herbst des Jahres anreisten, stand sie immer noch dort. "Die Entsorgung auf dem Land funktioniert eben nicht so, wie in der Stadt," war die Aussage meine Großmutter. Sie erklärte uns, dass mein Onkel erst einen Hänger besorgen müsse, um sie zur Müllkippe zu fahren. Wir fragten selbst noch einmal nach, wann sie denn entsorgt werden würde, doch wir erhielten fadenscheinige Ausreden. Nach beinahe zwei Wochen voller Ausreden platzte meiner Mutter der sprichwörtliche Kragen. "Mutter, weißt du eigentlich, dass das alte Teil beim Fallen der Blätter geradezu dazu einlädt, ein >Open-Air-Geschäft

Unter dem Protest von Oma lud meine Mutter die Toilettenschüssel in der Dämmerung auf das Fahrrad. Wir legten eine Fußmarsch von circa drei Kilometern zurück und entsorgten sie auf der Müllkippe, kurz vor Arbeitsschluss. Wir hatten unterwegs viel Spaß und lachten viel. Die Arbeiter auf der Müllkippe feixten....Fortsetzung..

 

...die Geschichte erschien in "Bunte Lesestunde für Senioren" im Jahr 2013 im Wendepunktverlag Weiden

ISBN 978-3-942688-53-6

 

Blühendes Unkraut

 

Während meiner Kinderzeit verbrachte ich so oft es möglich war, die Sommerferien bei meiner Großmutter in Mecklenburg. In einem Jahr lagen die Ferienzeiten glücklicherweise so, dass wir am Geburtstag meiner Großmutter dabei waren, was sonst, aufgrund der Entfernung und vorab zu beantragenden Einreisevisa nicht möglich war.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag und meinen Kummer, dass ich mit meinen neun Jahren kein Geschenk für sie hatte.

Bastelarbeiten konnte ich nicht anfertigen, das wäre ihr gewiss vorher aufgefallen und ein Bild malen wollte ich auch nicht, dass erschien mir zu wenig! Eine Torte und Stauden für den Garten, wollte meine Tante mitbringen. Das Geschenk ihrer Kinder, einen neuen Teppich brachte mein Onkel mit, Pflegeprodukte, Parfüm und einen Bademantel schenke ihr meine Mutter. Ich überlegte angestrengt, womit ich sie erfreuen könnte, doch mir fiel nichts Passendes ein.

Missmutig und schlecht gelaunt ging ich zu meiner Mutter und schüttete ihr mein Herz aus. Sie verstand meinen Kummer und den Wunsch, Omi ein persönliches Geschenk zu machen – eben nicht nur den Tisch zu decken, wie ich es am Morgen getan hatte…!

„Geh hinter die Pferdekoppel ins Kornfeld“, sagte meine Mutter.

„Dort pflückst du die blauen Blumen, am besten einen ganzen Arm voll. Das sind ihre Lieblingsblumen. Falls nicht so viele im Feld stehen, nimm noch Kamillenblüten und einige Stängel roten Klatschmohn dazu – wie auf dem gemalten Bild in der Küche!“

Voller Freude zog ich los und pflückte einen großen Strauß blauer, roter und weißer Blumen, die ich mit einigen Kornähren verschönerte. Den Strauß brachte ich wenig später zu Omi in die Küche. Sie freute sich sehr, umarmte mich und stellte ihn in eine Glasvase mitten auf den Tisch.

Zum Mittagessen kamen meine Tante und ihre Familie. Sie brachte Omi einen Strauß Rosen aus eigener Züchtung mit. Ganz selbstverständlich griff sie nach der Vase mit dem Feldblumenstrauß und sagte: „Mutti, das blühende Unkraut werfe ich raus, wer weiß, ob da nicht Zecken drauf sitzen. Außerdem kommen die Rosen hier in der Glasvase richtig gut zur Geltung!“

Meine Großmutter sah sie entgeistert an und antwortete entrüstet: „Die Feldblumen bleiben auf dem Tisch, damit ich sie immer sehen kann. Deine Rosen stellen wir ins Wohnzimmer auf den Beistelltisch, damit keines der Kinder sie umwerfen kann!“

Dann sah sie mich an, kniff mir ein Auge zu und ich wusste, dass sie meinen Strauß ebenso schön fand wie die Rosen meiner Tante, weil die blauen Kornblumen ihre Lieblingsblumen waren.

Erschienen im Elbverlag 2012

 

 

Der Duft einer verlorenen Kindheit

Erinnenrungen sind für uns Menschen etwas Kostbares und sehr wichtig. Gerüche und Düfte wecken Erinnerungen. Die Düfte können angenehm oder unangenehm sein.

Wer kennt das nicht: Ein Duft steigt uns in die Nase und Bilder aus unserer Kindheit sind wieder da, längst vergangene Dinge fallen uns wieder ein. Das kann der Duft  von Bohnerwachs aus Omas Küche sein, oder der Duft von frischem Moos. Als meine Mutter an einem atypischen Parkinson erkrankte, kam auch eine dementielle Entwicklung dazu. Für sie wurde es im Verlauf der Erkrankung immer schwieriger, sich fortzubewegen und sie wurde im weiteren Verlauf der Erkrankung zunehmend vergessiich. Rasch wurde sie zum Pflegefall. Was meine Mutter jedoch nicht vergaß, war ihre Kindheit in Ostpreußen und die Flucht. Sie sprach oft von den Wäldern, Feldern und den Duft der Apfelblüten auf der Streuobstwiese ihrer Großeltern im Frühling. Sie vermisste den Geruch von frischen Moosen und Farnkraut aus den Wäldern. Zwar besaßen wir einen Garten, dennoch reichte die Geruchspalette der Frühlings- und Sommerblumen, der Blüten oder Gräser nicht aus, um ihr den typischen Frühlingsduft ihrer Kindheit zu vermitteln.

Meine Freundin aus Amerika beschäftigte sich schon seit vielen Jahren mit Parfüm und mischte selbst Düfte. Da wir ständig in Kontakt stehen, wusste sie um die Erkrankung meiner Mutter und ihrem Wunsch einmal in die Heimat zurückzukehren. Uns war klar, dass Muttis Erkrankung rasch fortschritt und sie nicht mehr reisen konnte, dennoch wollten wir ihr mit dem Dufterlebnis ein Stück ihrer Kindheitserinnerungen zurückbringen. Kirsten, meine Freundin wusste, dass man mit Hilfe von Aroma-, oder Phytotherapie positive Assoziationen vermitteln konnte. Also kaufte ich mir einen Parfümbaukasten und beschäftigte mich mit den Kopf-, Herz-, und Basisnoten von Düften. Ich bemühte mich aus den verschiedenen Duftkomponenten ein Parfüm zu kreieren, was den Beschreibungen meiner Mutter nahe kam.

So sehr ich mich auch bemühte, mit holzigen und blumigen Noten zu mixen, umso enttäuschter wurde ich, dass es nie annähernd der passende Duft wurde. Im Laufe der Zeit erinnerte ich mich, dass meine Mutter während meiner Kinderzeit oft Irisblüten auf dem Markt gekauft hatte. Vielleicht half mir dieser Geruch weiter. Dann kam mir der Zufall zur Hilfe. Im Wartezimmer eines Arztes las ich einen Artikel über den berauschenden Duft von Jasmin.

Kaum daheim machte ich mich motiviert an das Mischen und gab Düfte von Moosen, Iris, Grün, Jasmin und Gardenien zusammen in den Mischbehälter. Die konzentrierten Düfte verdünnte ich mit Basiswasser und schrieb mir die exakte Mixtur genau auf, wie ich es immer getan hatte. In der Hoffnung wieder einmal einen annähernd passenden Duft gefunden zu haben, brachte ich ihn zu meiner Mutter. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie schloss für einen Augenblick die Augen. Gespannt wartete ich auf weitere Reaktionen. Sie öffnete ihre Augen, Tränen der Rührung und Erleichterung schimmerten in ihnen. Sie sprach damals bereits schleppend und schlecht verständlich, doch nun konnte ich sie klar verstehen: "Wie hast du das gemacht? Es riecht nach dem Garten deiner Uroma", sagte sie mir, lächelte selig und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Das war mein schönster Dank!

"Für Kirsten - als Dank und zur Erinnerung an Ursula"

 

Die Geschichte erschien im Elbverlag in der Frühlingsanthologie: Frühling im Herzen Band 1 im März 2012

ISBN 0978-3-94-1127-15-9

 

 

Wann beginnt der Frühling?

Eines ist klar, wenn es laut Kalender Frühling wird, dann muss er nicht auch zwangsläufig beginnen!

Ist es vielleicht das Schneeglöckchen oder das erste Grün des Krokus? Sind die Störche, die aus Afrika zurückkehren unsere speziellen Frühlingsboten, oder doch eher die Singvögel? Egal, welche Blume, welches Tier, der Frühlingsbeginn zeigt sich für jeden anders!

Wir spüren dass die Jahreszeit im Wandel ist.

Die Tage werden bereits Ende Januar merklich länger – ein untrügliches erstes Zeichen, das die dunkle Winterzeit vorüber ist. Für kurze Zeit erreichen die ersten Sonnenstrahlen die Erde. Noch befindet sich die Natur in einer Art Wartezeit um für den richtigen Augenblick gewappnet zu sein. Doch der Kampf der Naturelemente ist zwischen Januar und März noch nicht beendet. Erst wenn die Sonne über dem Horizont höher steigt, besiegt sie die Frühlingsstürme und verdrängt die Kälte.

Das rasche Hervorbrechen aller Naturkräfte durch das Keimen von Pflanzen - wie Hyazinthen, Tulpen und Narzissen, zeigen uns den Lebenswillen der Natur. Die Zeitumstellung ist für viele Menschen dann der endgültige Frühlingsstart. - Warum? Ganz klar, weil die Frühjahrsmüdigkeit jetzt beginnt!

Die Mutter meines Vaters sprach in dieser Zeit immer vom „Reinemachen des Hauses“. Schon bald stapfte sie, bewaffnet mit Putzeimer, Schrubber und Wischmopp sowie einem Staubtuch in die Küche. Ihr Gesichtsausdruck war grimmig und so rückte sie dem Winterdreck auf den Pelz! Sie blies symbolisch zum Hallali auf Staub und Schmutz. Spätestens jetzt war es an der Zeit die Flucht zu ergreifen, weil sie dann übellaunig loslegte um auf Schränken und in den Ecken Spinnen zu jagen. Gardinen wurden abgenommen und ausgetauscht, in Schränken herumgekramt und die letzten Spekulatien vom Weihnachtsfest hervorgeholt... Unter uns gesagt, wir Kinder sagten immer, bei Oma gibt es die Vorösterlichen...!

Manch einer räumt, wie auf ein geheimes Signal die Wintergarderobe nach hinten in den Schrank und tauscht sie gegen die leichtere Frühjahrsbekleidung. Wieder andere sortieren Bücher, Papiere oder ähnliche Formulare von ihrem Schreibtisch in Ordner ein. Manch einer quält sich um diese Zeit durch die Steuererklärung – sowie ich beispielsweise….

Fakt ist, ein unruhiges Treiben setzt ein, immer noch abwartend, auf einen Hinweis, der uns richtig durchstarten lässt.

Für mich persönlich ist der Frühling nicht mehr fern, wenn das erste Grün des Schnittlauchs zu sprießen beginnt und ich so viel davon abschneiden kann, dass es für die erste Pfanne mit Rührei zum Sonntagsfrühstück mit der Familie ausreicht!

Geschrieben für die Lesewanderung 2013 in Gladbeck

 

Schnaps und Whiskey

Unsere Zwillinge, beides Jungen, wünschten sich seit langer Zeit einen Hund. Besser sogar zwei, da sie Zwillinge waren und einen Hund ja nicht teilen konnten. Ein Tier zwischen sich aufzuteilen wäre sehr schwer, begründeten die pfiffigen Kerlchen ihren Wunsch, als der Opa genauer nachfragte. Mein Vater besaß in jungen Jahren ebenfalls einen Schäferhund, den er sehr liebte. So fanden unsere Söhne den ersten Befürworter für ihr Anliegen. Schon bald schlug sich auch meine Mutter auf die Seite der Kinder.

"Ein Haustier ist eine wunderbare Bereicherung für Kinder", pflegte sie zu sagen.

"Warum habe ich dann keinen Hund von Euch bekommen?", fragte ich nach einem von vielen Gesprächen genert zurück.

"Wir hatten keine Möglichkeit, einen Hund zu halten. Wie sollte das in einer Mietwohnung funktionieren", fragten meine Eltern ziemlich überrascht, da  sie meine Zweifel nicht verstanden.

Nachdem wir bei den Schwiegereltern angebaut hatten und über einen Garten verfügten, lebte die Hundediskussion wieder auf. Unsere Söhne waren mittlerweile elf Jahre alt und ihr Hundewunsch bestand nach wie vor.

Wir diskutierten, informierten uns und horchten uns bei befreundeten Hundebesitzern um. Nach langem Zögern und reiflichen Überlegungen gaben wir unsere Zustimmung zu einem Haustier auf vier Pfoten. Nun galt es, die Rasse zu bestimmen. Es sollte ein kleiner Hund sein, der auch ins Haus durfte. Wir suchten einige Züchter auf und entschieden uns für einen Rauhaardackel im Alter von einem halben Jahr. Ein weiteres, etwas schwächliches Tier erregte Mitleide bei unseren Kindern. "Wir haben uns bereits für ein Tier entschieden", sagte mein Mann, "und dabei bleibt es!"

Es kam dann jedoch anders. Unsere Söhne wurden beide stolze Hundebesitzer. Die Jungtiere schliefen in ihren Körbchen in den Zimmern unserer Kinder. Es waren liebe Tiere und sie wurden auf die Namen Schnaps und Whiskey getauft, da der Patenonkel unserer Söhne aus einer lustigen Anwandlung heraus den Vorschlag gemacht hatte. Ursprünglich standen die Namen Tom und Jerry zur Auswahl, doch Schnaps und Whiskey erregten selbstverständlich mehr Aufsehen. Jeder Passant drehte sich um, wenn diese recht ausgefallenen Hundenamen fielen.

Das erste Osterfest nahte und die Hunde waren ein gutes Jahr alt. Die gesamte Familie versammelte sich bei uns zum Brunch. Die Großeltern, die Paten unserer Kinder und unser eigenes Patenkind, Tanja, waren eingeladen. Unser Patenkind war zwei Jahre älter als unsere Zwillinge und vernarrt in die Hunde.

Die geplante Ostereierrallye fand in unserem Garten statt. Nachdem sich alle Beteiligten im Garten befanden, verkündete meine Mutter: "Sämtliche Ostereier, Hasen und Naschereien sind im Garten versteckt. Ihr könnt alles in den großen Korbe auf den Terrassentisch legen. Später wird zwischen Euch aufgeteilt."

Die Hunde mussten im Haus bleiben. Sie waren von der Suche ausgeschlossen. Die Tiere waren jedoch nicht dumm, ganz besonders Whiskey, der damals unser Mitleid erregt hatte, war ein schlauer Bursche. Die Tür zur Vorratskammer war aus irgendeinem Grunde angelehnt worden. Der kluge Hund sprang über ein Regal auf das Fensterbrett und gelangte durch das ebenerdig gelegene Fenster hinaus....

Er war klug genug zu wissen, dass er sofort zurück ins Haus musste, wenn er gesehen würde. So schlich er sich an der Hecke entlang, bis zum Ende des Gartens. Plötzlich schoss er am Ende des Gartens heraus aus seiner Deckung, vorbei am Holzbunker und jagte einmal ums Holzgartenhäuschen. Dann bellte er triumphierend, als er einen Schokoladenhasen entdeckt hatte. Tanja schrie vor Schreck auf, als Whiskey jäh durch ihre Beine lief. Unsere Söhne hielten sich die Bäuche vor Lachen, meine Schwiegermutter schwankte zwischen Entsetzen und Erschrockenheit, da sie annahm, ein fremder Hund befände sich in unserem Garten.

Es geht noch weiter, bitte habt ein wenig Geduld... So, das Warten hat ein Ende, hier nun die versprochene Fortsetzung!

Whiskey hatte derweil den Schokoladenhasen in sein Maul genommen und zu seinem Herrchen gebracht. Als er bei ihm ankam, war beinahe nichts mehr übrig. Auf dem Weg hatte er fester zugebissen und war auf den Geschmack gekommen. Alle lachten mittlerweile über den verrückten Hund. Sein Herrchen fand die Sache nicht mehr witzig und schimpfte: "Du verfressener Kerl, jetzt wird uns das Schokoladenteil abgezogen, schäm dich!"

Whiskey stand mit gesenkten Ohren und Unschuldsmiene vor seinem Herrchen, leckte noch einmal über den Boden und schleckte sich erneut über die Schnauze.Er wusste, dass er etwas angestellt hatte, was er nicht durfte.

Nach diesem Ereignis sperrten wir beide Tiere in einem der Kinderzimmer ein und die weitere Suche konnte ungestört fortgesetzt werden. Für die Kinder war noch genügend Naschwerk vorhanden. Whiskey macht seitdem jedoch einen großen Bogen um Schokoladenhasen. Vielleicht kommt er ja bei Weihnachtsmänern wieder auf den Geschmack...!

 

Die Geschichte erschien im "Hundeschwätzchen" - Hundegeschichten und mehr von Dagmar Seidel-Raschke und Christine Bienert. ISBN 9-783839-199572

 

 

Gedanken zum Glück

Was macht uns wirklich glücklich? Selbst Glücksforscher haben bislang keine eindeutige Antwort darauf gefunden. Aber sie haben eine "Anleitung zum Glücklichsein" erstellt wobei die Ideen dahinter von mir stammen:

Das Lächeln eines Kindes!

Rituale - wiederkehrende Abläufe oder Familientraditionen gehören z. B. dazu Alles Dinge die wir selbst gerne haben.

Das einfache Leben - Barfuß über eine Wiese laufen, ein spntanes Picknick irgendwo auf einer Bank oder unterwegs auf einer Wanderung

Düfte - Gerüche aus der Kindheit: Bohnerwachs auf alte Dielen, Zimtschnecken wie Oma sie gebacken hat

Alte Fotos - wenn wir alte Fotos ansehen und über uns selbst lachen könne, die Kleidung, die Frisuren, am besten mit unseren Freunden von damals

Eine schlichte Mahlzeit - Wein, Weintrauben, Käse und ein gutes Gespräch, ein perfekter Tagesausklang

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll als Inspiration dienen. Sicher fällt Euch selbst auch eine ganze Menge dazu ein...

 

Blue Moon

Das Ereignis des blauen Mondes bedeutet, dass innerhalb eines Monats zwei Mal der Vollmond am Himmel erscheint, so wie wir es vor einigen Tagen erleben durften. Die Statistik besagt, dass in Vollmondnächten mehr Kinder geboren werden. Katzen würden vermehrt auf die Jagd gehen, ebenso würden mehr Verbrechen geschehen...

Alles nur Zufall oder Phantasterei?

Schon im Mittelalter wusste man, das Kinder, die unter dem geheimnisvollen "blauen Mond"  geboren wurden, "hellseherische Fähigkeiten" besitzen und man versuchte Vorzeichen zu deuten, oder etwas über die Zukunft vorherzusagen. War es nur Aberglaube? Oder war es vielleicht auch der Wunsch, die Besonderheit dieser Nacht hervorzuheben - wie bei den Sonntagskindern die Gabe "Geister sehen zu können"?

Was geschehen kann, wenn ein Sonntagskind unter dem "blauen Mond" geboren wird...? Die Geschichte Fluch oder Segen - Gabe oder Glück erzählt davon...

 

 

Fluch oder Segen - Gabe oder Glück?

Schon als junges Mädchen fiel es Marietta nicht leicht, sich auf die Schule zu konzentrieren. Immer wieder schweiften ihre Gedanken ab, so dass sie allenfalls befriedigende Noten erhielt. Die Welt abseits von Schule und Verpflichtungen gegenüber den jüngeren Geschwistern und lästigen Pflichten auf dem kleinen Bauernhof waren verlockender. Marietta brannte darauf Abenteuer zu erleben. So wusste sie, wo sich die besten Stellen für Waldhimbeeren und andere Früchte befanden, doch oft machte sie sich abseits der Wege auf die Suche. Eine Vorahnung sagte ihr, wo sie suchen musste, wobei sie meist Recht behielt.

Während der Kriegszeit erkrankten viele Kinder an Diphterie, auch sie und ihre Geschwister. Sie hatte eine plötzliche Eingebung, dass sie genesen würden, wenn sie getrocknete Blaubeeren einweichen und verzehren würden. Ihre Vorahnung traf zu. Als dem Pfarrer die Geschichte zu Ohren kam, stattete er der Familie einen Besuch ab. Er befragte das junge Mädchen, wollte Einzelheiten erfahren. Argwöhnisch hörte er sich ihre Geschichte an. Alles, was er sich nicht auf vernünftige Weise erklären konnte, war absonderlich für ihn. Der Geistliche verlangte von Marietta vier Wochen lang, nach jeder Sonntagsmesse eine Stunde in der Kirche zu beten.

Marietta fühlte sich bestraft, obwohl ihre Eingebung so vielen Menschen in der Nachbarschaft geholfen hatte. Am dritten Sonntag traf sie auf eine Bäuerin der Nachbargemeinde. Sie kniete sich neben sie in der Bank nieder. "Sag mir Kind", begann sie leise das Gespräch, "hast du manches Mal das Gefühl, du weißt, dass gleich etwas besonderes geschehen wird und kurz darauf passiert es wirklich?"

Marietta schaute erstaunt auf und nickte aufgeregt.

"Dann verfügst du über den 7. Sinn mein Kind. Daran ist nichts verfängliches. Den meisten Menschen ist diese Gabe abhanden gekommen, in sich hinein zu horchen und zu beobachten."

Mit großen Augen sah Marietta die Bauersfrau an.

"Woher wisst Ihr das?", fragte sie schüchtern.

"Weil auch ich diese Gabe habe. Nimm sie an - es ist ein Geschenk. Man sagt, dass sie den Menschen zuteil wird, die unter dem zweiten Vollmond eines Monats geboren wurden. Frag deine Mutter, ob es in deinem Geburtsmonat zwei Monde gab, damit du sicher bist."

Die Alte nickte ihr freundlich zu und verließ die Kirche.

Marietta war ein Sonntagskind, geboren unter dem zweiten Vollmond. Im Laufe der Zeit lernte sie, dass es nicht immer gut war, all sein Wissen zu offenbaren.

Je älter sie wurde, umso mehr Eingebungen hatte sie. Als sie und ihre Geschwister zu Beginn der fünfziger Jahre regelmäßig zu Tanzveranstaltungen in das Nachbardorf gingen, beschlich sie oft eine unbegründete Angst, wenn sie spät Abends durch den Wald heimwärts wanderten. In einer Sommernacht nach Mitternacht geschah etwas Unglaubliches:

Kurz hinter dem Zufluss eines kleinen Bachlaufs wurde ihr trotz sommerlicher Temperaturen kalt. Sie begann zu schlottern, klapperte sogar mit den Zähnen, so dass ihr älterer Bruder aus Sorge, sie würde krank werden, seine Jacke überließ. Rasch gingen sie weiter.

"Wir werden verfolgt", wiederholte sie einige Male und sah sich gehetzt um, bis sie schließlich zu laufen begann. Entgeistert schüttelten ihre Geschwister den Kopf und fürchteten, dass ihre Schwester ernsthaft erkrankt sei.

Auf einer großen Waldlichtung mit Blick auf den See erstarrte Marietta. Unfähig ein Wort zu sagen, hob sie die Hand und zeigte auf den Wiesenpfad vor dem See. "Da ist nichts, lass uns weitergehen", sagte ihre jüngere Schwester und ging einige Schritte vorwärts. Mit einem Mal spürte sie unmittelbar neben sich einen Luftzug, als würde direkt neben ihr ein Mensch vorbei laufen. Überrascht schaute sie sich um, entdeckte aber niemanden. Ein wenig mulmig war ihr schon, als sich mit einem Mal auch der Gesichtsausdruck ihres Bruders veränderte.

Er fasste seine Schwestern am Unterarm und zerrte beide mit einer groben Bewegung fort. Er trieb sie zu großer Eile an, so dass sie den restlichen Heimweg rannten. Am Folgetag wollte die jüngere Hiltrud wissen, was es mit dem unheimlichen Verhalten ihrer Geschwister auf sich hatte. Doch keiner der beiden wollte ihr etwas erzählen. Hiltrud spürte, beiden war es unbehaglich darüber zu reden, so fragte sie die Mutter, ob einer der Geschwister etwas erzählt habe. Einen Augenblick schaute ihre Mutter sie überrascht an. Fragte dann aber: "Seid ihr durch den Wald zurückgegangen?"

"Ja, warum?"

Es geht die Sage, dass um Mitternacht unten am Nebelzufluss zum See in Vollmondnächten ein Geist zu sehen sei. Es war ein junger Adeliger, der gewaltsam zu Tode kam. Er zeigt sich nur Sonntagskindern."

"Konrad verhielt sich genauso merkwürdig wie Marietta."

"Deine Geschwister wurden beide an einem Sonntag geboren. Diesen Menschen sagt man nach, dass sie Geister sehen können."

Im Laufe der Jahre wurde der Geist des jungen Mannes auch von anderen Menschen gesehen. Man erzählte sich von zwei rivalisierenden Reitern an der Wasserscheide vor dem See, von denen einer den Kopf unter seinem Arm trug und der andere mit seinem Schwert versuchte, die Menschen von der Brücke fernzuhalten. Marietta hatte die Gefahr gespürt, ehe sich einer der beiden Geister zeigte.

Noch immer berichten ortsansässige von merkwürdigen Nebel- und Geistererscheinungen rund um den See. Marietta und ihre Geschwister vermieden zeitlebens den Wald nach Mitternacht zu durchwandern.

Erst kurz vor ihrem Tod erzählte Marietta, dass einer der Geister mit ihr gesprochen habe. Von ihm erfuhr sie, dass Kinder des zweiten Mondes die Gabe der Geisteransprache besitzen...!

 

"Versäumte Momente"

Mit ihren sechsundachtzig Jahren war sie geistig wie körperlich immer noch recht fit zu nennen. Klar, das Auf- und Abhängen von Gardinen sollte sie tunlichst vermeiden, hatte der Arzt ihr gesagt, doch an „Wohlfühltagen“, kam es durchaus vor, dass sie es trotzdem tat und sogar auf die Leiter stieg.

Das Ergebnis ihrer Mühen wurde von ihren Kindern jedoch weder bestaunt noch gelobt, sondern gescholten. Die erwachsenen Kinder verstanden sie nicht. Wollte sie doch noch so viel wie möglich allein bewerkstelligen – so wie früher - als ihr alles noch flotter von der Hand ging und sie nicht ständig um etwas bitten musste...

Schlimm waren jene langen, dunklen Herbst- und Wintertage, an denen sie nicht viel tun konnte. Das Tageslicht war trübe, der Tag zog sich, für sie war er qualvoll und lang. Nein, diese Jahreszeit empfand sie oftmals als langweilig. Das Lesen bei Lampenlicht ermüdete die Augen, an der Nähmaschine sah sie kaum noch etwas im winzigen Licht der kleinen Nähmaschinenbeleuchtung, geschweige denn einen Faden konnte sie einfädeln. Das Häkeln und Stricken ging ihr nicht mehr so gewandt von der Hand und manches Mal, fielen ihr einige Maschen vom Nadelspiel, besonders beim Wechsel zwischen vier Nadeln. So verlor sie nach und nach die Lust daran, für ihre Enkel Sökchen oder Fäustlinge zu stricken.

Einwecken oder Einkochen musste sie für sich allein auch nichts mehr, andernfalls es gab ja Tiefkühlgeräte wo die Sachen frisch hineingelegt wurden.

Das mühevolle Teig kneten um Brot zu backen erledigte die Küchenmaschine für sie. Außerdem gab es selbstgebackenes Brot allenfalls an besonderen Festtagen.

Ja, die Zeit hatte sich gewandelt, ebenso wie ihr Geist und ihr Körper: Sie hatte Arthrose in den Gelenken, die Beweglichkeit ließ nach und alles, was sie tat erforderte mehr Zeit. Wie oft hatte sie sich als junge, berufstätige Frau mehr Freizeit zwischen Familie und Beruf gewünscht? Jetzt hatte sie diese freie Zeit, doch alles dauerte länger. Sie konnte die vielen fehlenden Stunden nicht nachholen oder nacharbeiten, auch war es ihr nicht möglich die Zeit zurückzudrehen, ihre „Wohlfühltage“ zu verlängern, oder gar anzuhalten.

So sehnte sie sich nach den Tagen zurück, wo sie unbeschwerter gelebt hatte, zum Beispiel ohne Schmerzen. Mit dem Alter kamen die Beschwerden, die Einsamkeit und irgendwann auch die Vergesslichkeit, vor der sie sich so sehr fürchtete. Denn nun hatten ihre Kinder kaum Zeit für sie. Nur zu gern hätte sie ihnen gesagt, nehmt Euch mehr Zeit zum Leben, zum Genießen, zum Freuen. Einfach nur um Euch später erinnern zu können, an den Zauber eines besonderen Augenblicks. Einen Augenblick in Eurem Leben, von dem Ihr im Alter oder sogar den Rest Eures Lebens zehren könnt... Oder war es ihre Wahrnehmung, die ihre Tage so lang und öde erscheinen ließ?

Lebenszeit sollte in schönen Momenten, dem Lachen und mit dem Herzen gemessen werden, dachte sie und schlief ermattet ein. Mit  einem beseelten Lächeln auf den Lippen glitt sie hinüber in eine andere Welt. Ihre letzten Gedanken waren irgendwo, wo Zeit keine Rolle mehr spielte. Vielleicht war sie aber auch schon in der Ewigkeit, die ein ganz anderes Zeit-Potential hat...

(Diese Geschichte entstand im Rahmen einer Ausschreibung zum Thema Zeit)

 


"Wie man seinen Menschen erzieht..."

Endlich Herbst! Die heißen Sommertage sind vorüber, es regnet hin und wieder, die ersten bunten Blätter fallen. Natürlich nimmt das Nahrungsangebot ab. Es gibt weniger Mücken wie Käfer, auch die Läuse sterben langsam. Dennoch, ich liebe die kräftigen Herbstwinde, mit deren Hilfe die ich über den bewölkten Himmel segeln kann. Sie geben mir Auftrieb, so dass ich manch eine Libelle am Teich entdecke, ehe sie meine Mahlzeit wird... Das Obst ist größtenteils abgeerntet, ebenso die Trauben und nur wenige süße Früchte hängen noch in den höchsten Wipfeln der Bäume. Das Obst verdirbt langsam dort oben, aber es ist noch fressbar und wunderbar süß.

Bald schon hängen die Menschen Meisenknödel in die Äste oder stellen die Futterhäuschen auf. Sie füllen sie mit allerlei Leckereien und Saaten, damit wir nicht hungern müssen. Aber, wir Drosseln sind wählerisch. Alles mögen auch wir nicht.

Sonnenblumenkerne fressen wir zwar, doch das ist eher etwas für all die verschiedenen Meisenarten. Blau-, Kohl-, Hauben- und Tannenmeisen balgen sich um den besten Platz am Meisenknödel, zirpen und zwitschern um die Wette. Ab und zu fällt ein Schwarm Schwanzmeisen ein. So schnell wie sie auftauchen, so schnell verschwinden sie auch wieder. Der Spuk ist rasch beendet.

Unsere Drossel-Familie ist schon lange in einem naturbelassenen Garten ansässig. Wir finden hier Deckung, Nistmöglichkeiten wie Nistmaterial, Wasser zum Trinken und Baden, aber auch ein großes Nahrungsangebot.

Mittlerweile haben wir unsere Menschen sogar dressiert! Sie wissen ganz genau, wenn wir zu ihnen auf die Fensterbank fliegen haben wir Hunger. Manchmal müssen wir uns aber auch bemerkbar machen, dann klopfen wir sachte mit dem Schnabel an die Glasscheibe.

Mal erhalten wir trockenes Brot, Brötchenkrümmel, Kuchen- oder Müslireste.

Im Müsli gibt es nicht nur Saaten wie Sesam oder Haferflocken, auch getrocknetes Obst von Äpfeln, Pflaumen und Mirabellen sowie Rosinen.

Mein persönlicher Favorit sind die süßen, saftigen Rosinen. Wenn ich Lust darauf verspüre, fliege ich auf die Fensterbank und bleibe dort so lange sitzen, bis mein Mensch mich entdeckt. Dann streiche ich mit dem Schnabel mehrfach über die Fensterbank und schaue ihn mit treuen Augen an. Meist versteht er schon, dass ich Appetit auf Rosinen verspüre und wirft mir die kleinen, klebrigen Leckerchen heraus.

Ich fresse sie rasch auf, ehe die Spatzen oder Finken "Wind davon bekommen" und mir selbige streitig machen wollen. Wenn ich fertig bin, fliege ich zunächst zur Tränke um etwas zu trinken, dann kehre ich zurück zur Fensterbank um mich zu bedanken. Schließlich bin ich eine gut erzogene Drossel. Als Dankeschön hinterlasse ich besten Dünger auf der gegenüberliegenden Seite der Fensterbank, denn auf der anderen Seite werde ich ja gefüttert....

 

"Gärtnerfreud, Gärtnerleid..."

Der Frühling ließ in diesem Jahr wieder lange auf sich warten. Mal Regen, mal Schnee, dann wieder Hagel. Stellenweise gab es auch sonnige Abschnitte, doch es sah eher nach Winter als Frühling aus. Selbst die bunten Eier am Apfelbaum konnten den Frühling nicht anlocken. Dabei lugten ganz verschüchtert bereits die ersten Krokusse aus der Erde und vorsichtig schoben sich die noch festen, grünen Blütenansätze von den Tulpen aus satt grünen Blättern ans Licht. Es schien als wartete die Natur nur auf ein geheimes Signal. Die ersten Vögel begannen hin und wieder ein Lied zu trällern und vereinzelt sah man Spatzen oder Meisen mit einem Zweig oder weichem Nistmaterial im Schnabel. Trauten sie sich wirklich schon jetzt ihr Nest zu bauen? Die Tauben auf dem Dach gurrten bereits am frühen Morgen und auch Herr und Frau Drossel begannen ihre neckische Jagd, die meist mit einem Happy-End endete, so lange kein Rivale auftauchte.

Doch an einem Morgen war es soweit, die Sonne ging auf und schien beinahe den ganzen Tag. Die Krokusse öffneten sich und ein zarter Duft lag in der Luft. Auch der Apfelbaum zeigte seine ersten festen Knospen. Die wärmende Sonne schien das Signal zu sein, auf das Tiere und Pflanzen so lange gewartet hatten. Die Wiese zeigte sich mit blühenden Gänseblümchen und auch das Moos am schattigen Seitenrand leuchtete in einem kräftig-sattem Grün. Die Osterglocken öffneten sich im Laufe des Tages und zeigten sich in leuchtendem Gelb. Aber auch anderes "Grünzeug" war auf dem Vormarsch: Der erste Löwenzahn und Ansätze von "Unkräutern" zeigten sich zwischen den Gehwegplatten.

Wobei es offiziell keine "Unkräuter" gibt. Sie sind eigentlich Gewächse, für die wir nur noch keine Verwendung gefunden haben...

 

Alle Rechte für die hier aufgeführten Werke und Texte liegen bei Dorothea Möller

 

 


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