"Lausche dem Rhythmus der Worte,
schicke deine Gedanken auf Reisen,
dann wirst du den Zauber anderer Welten
entdecken."


 

Schön, dass Sie den Weg zu meiner Webseite gefunden haben!

Allen Besuchern wünsche ich viel Freude beim Entdecken, Lesen und Stöbern.

 

Herzlichst Dorothea Möller

 

Leseproben

 

 

Wie eine Schatzkiste

 

Wer von Euch kennt sie noch – die Knopfkiste oder Knopfdose, gefüllt mit einem Sammelsorium aus Knöpfen?

Geboren wurde die Idee in einer Zeit großer Not und, als es an den Herrenhosen noch keine Reißverschlüsse gab. In fast keinem Haushalt fehlte der Knopfkasten und selbiger zog sich über Jahrzehnte durch das Familienleben. Stellenweise wurde er von der Urgroßmutter, die nicht mehr richtig sehen konnte, weitergereicht oder unter den Kindern aufgeteilt…

Gesammelt wurde jede Größe, Form und Farbe – es war egal, ob abgenurtzt, solange noch brauchbar. Im und um den zweiten Weltkrieg gab es auch Wäscheknöpfe – überzogen mit Leinenstoff, damit sie die heißen Temperaturen der Kochwäsche überstanden. Knöpfe dienten als Verschluss, als Verziehrung wie Tauschmittel. Manch ausgefallenes Exemplar wurde in der Kriegs- und Nachkriegszeit hergegeben, um gegen etwas anderes, möglicherweise loebensnotwendiges getauscht zu werden. Schöne Dinge waren immer gefragt…

Meine Omas besaßen beide Knopfkisten, doch sie waren völlig unterschiedlich:

Während eine Großmutter Knöpfe, Haken und Ösen sammelte und in die Metalldose warf, hatte die andere ein System, quasi eine Übersicht in ihrer fein sortierten Kiste. Größe Knöpfe lagen lose, gut sichtbar darin, während die kleinen, weißen und dunkelblauen für Blusen oder Strickjacken auf einen Faden gefädelt beisammen waren. Dazwischen fanden sich kleine verschließbare Hülsen (meist vom Film eines Fotoapparates), in dem sie gleich große, beispielsweise pastellfarbene Exemplare einsortiert hatte, von denen sie nur zwei bis vier besaß. Hosenknpfe bewahrte sie in einer Papiertüte auf – von schwarz über braun bis hin zu dunkelblauen hatte sie alle denkbaren Farben.

Immer wieder tauchte ein besonderes Exemplar auf: Perlmuttknöpfe oder Perlen – möglicherweise stammten sie von einer Kette? Herzchen, bunt schillernde Exemplare oder stoffüberzogene Zierknöpfe, wie man sie in den 50-und 60-er Jahren an Kleidern trug und aus dem Kleiderstoff die passenden Knöpfe „beziehen“ ließ, wie es seinerzeit hieß….Das waren besondere Knöpfe die hochwertig aussahen und deren Herstellung etwas kostspieliger war. Übrigens konnte man selbige auch mit Leder oder Kunstleder beziehen lassen.

 

Als Kind durchsuchte, spielte oder sortierte ich stundenlang Omas und Mutters Knopfkisten oder Zigarrenkisten mit „Brettchenbändern“, Borten und Spitzen, die ebenfalls gesammelt wurden, Gerne sah ich mir jedes Stück an, fragte, woher es stammte oder stellte mir ein Kleidungsstück vor, an das es passte. Selbst für meine Puppenkleider suchte ich mir stolz manch ein Einzelexemplar als Verschluss oder ein Reststück „Brettchenborte“ aus.

Heute ist der Knopfkasten aus der Mode gekommen. Jedoch besitze auch ich einen, teilweise mit ausgefallenen Stücken aus dem Fundus von Oma und Mutter die übrigens beide sehr gut nähen konnten und nahezu immer irgendwelche „Schätze“ zum Versschönern von Kleidungsstücken benötigten.

 

Anmerkung: Brettchenborten/bänder wurden in Handarbeit hergestellt und gehören heutzutage eher zu „einem vergessenen Handwerk“, welches schon die Wikinger beherrschten und ohne Webrahmen hergestellt wird.

 

 

Das Seelentier

Man sagt, jeder Mensch habe ein Seelentier was uns ähnlich ist, Stärken und Schwächen aufzeigt.. Das bekannteste Tier ist wohl der Wolf, er steht für Gerechtigkeit und Loyalität. Er schärft unseren Instinkt und unser Einfühlungsvermögen.

Ein weiteres bekanntes Tier ist der Adler – Majestätisch, alles überblickend mit dem Geist der Freiheit. Er steht für die Weit-, oder Voraussicht.

Zu den Seelentieren gehören aber auch nicht so bekannte Tiere wie Pandas, Papageien, Schmetterlinge und Skorpione oder Zebras…

 

Bisher hatte ich keine Vorstellung, welches Tier mit seinen Eigenschaften zu mir passen könnte.

Ehrlich gesagt, ich hatte mir auch kaum Gedanken darum gemacht. Erst als eine Freundin mich auf das Thema brachte, beschäftigte ich mich mit dieser Thematik. Bald schon war das Gespräch wieder vergessen, da der Alltag mit all seinen Facetten im Vordergrund stand. Bis zu jenem Tag, an dem ich meinem Seelentier begegnete:

Es war am späten Nachmittag im Sommer auf einer Landstraße. Das Tempolimit von 70 km/h war aufgehoben und es ging zügig voran. Rechts und links sah man offene Felder, in der Ferne Gehöfte, Stallungen, Unterstände sowie ein Waldgebiet.

Aus dem Nichts tauchte ein Schatten tief über meinem Autodach auf, tauchte vor dem Pkw und zwang mich, abrupt abzubremsen. Entgeistert schaute ich durch die Frontscheibe, ob ich den Schatten ausmachen könne. Etwa hundert Meter später setzte sich ein großer Vogel mitten auf die Fahrbahn, so dass ich gezwungen war weiter abzubremsen, um das Tier nicht zu überfahren.

Es war ein ausgewachsener Bussard. Ein wunderbares Tier mit hell gesperberten Brustgefieder, dunklerem Untergrund und wachsamen Blick. Er musterte mich ebenso erstaunt, wie ich ihn. Für einen Moment verharrten wir beinahe in stummer Bewunderung, ehe er sich langsam wieder in die Lüfte erhob und mit einem kleinen Schlenker über die Fahrbahn auf das Waldgebiet zuflog. In meiner anhaltenden Verwunderung über diese merkwürdig anmutende Episode, sah ich dem Bussard nach.

Im Nachhinein erwies sich diese Begegnung als lebensrettend für mich. Ein Autofahrer überholte auf der Gegenfahrbahn in der nächsten uneinsehbaren Kurve. Hätte der Bussard mich nicht aufgehalten, oder sollte ich „gewarnt“, sagen, wäre ich vermutlich in der Kurve mit dem überholenden Fahrzeug zusammengestoßen.

Ich weiß nicht, „welcher Wächter aus dem Reich der verborgenen Welt“, mir den Bussard sandte, doch mit Sicherheit kenne ich seit jenem denkwürdigen Erlebnis mein Seelentier.

 

Manchmal findet man alte Dinge, sowie diese Geschichte aus einer Schreibaufgabe wieder:

Thema: Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre...

... würde ich allen Menschen, denen ich, und die mir von Herzen zugetan wären, einen kurzen, persönlichen Brief schreiben, um ihnen zu danken...

- für ihre Freundschaft

- die glücklichen Momente, die wir geteilt haben

- und ihre Herzenswärme.

Es wäre ein stiller, aber beglückender Abschied für mich und hoffentlich eine tröstliche HInterlassenschaft für die Menschen, die mich vermissen werden.

 


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Am 08.07.2022 erschien im Paashaas-Verlag eine Anthologie mit Kindheitserinnerungen, auf die ich Euch schon jetzt aufmerksam machen möchte.

Kindheitserinnerungen hat wohl jeder: Streiche, neue Freundschaften, Eifersucht, Streit, Ängste, Verlust oder aber eine wunderschöne unbeschwerte Zeit bleiben im Gedächtnis. Diese wahren Begebenheiten erzählen, wie es so war, als die Autoren noch klein waren. Mein Beitrag ist ebenfalls dabei, er trägt den Titel

"Abenteuerferien bei Oma"

 

Diese kurze Story gehört in den Bereich Mutmachgeschichten

 

Falsche Scham!

Wenn die Menschen älter werden und bemerken, dass ihnen viele Dinge aus dem Alltag schwerer fallen, scheuen sie sich aus falscher Scham Hilfe anzunehmen oder Hilfsmittel zu nutzen. Niemand soll sehen, wie schwer ihnen gewisse Abläufe fallen, oder wie eingeschränkt sie mittlerweile sind. Vielleicht verschließen sie ja auch die Augen vor der Wahrheit nicht mehr jung, voller Energie und Beweglichkeit zu sein. Da passt es nicht ins Bild plötzlich einen Einkaufswagen nutzen zu müssen, weil die Kräfte nachlassen. Der „Hackenflitzer“ ist etwas für die anderen Leute, lieber schleppen sie weiterhin die schweren Körbe oder Taschen vom Einkauf nach Hause.

Ebenso verhält es sich mit medizinischen Hilfsmitteln. Um Himmels Willen, keine Stock oder gar eine Gehhilfe verwenden, wie den Rollator.... Die Angst vor dem Neuen, dem Handling mit diesem „Gerät“ im Alltag ist für sie genauso schlimm, wie einfach so weiterzumachen.

Alt werden ist nichts für Feiglinge sagte meine Oma immer. Auch sie hatte Schmerzen und gesundheitliche Probleme, doch wenn sie Hilfe benötigte, ließ sie es, wenn auch manches Mal mit Zähneknirschen zu. Ich weiß, es kostete sie Überwindung um Hilfe zu bitten und abzuwarten, bis die Kinder oder Enkelkinder Zeit hatten, mit ihr in die Stadt zu fahren. Dennoch genoss sie diese Ausflüge sehr. Auf den Fahrten in die Stadt führten wir oft ungewöhnliche Gespräche aus dem Augenblick oder vor einem Haushaltswarengeschäft aus der Situation heraus. Es kamen Dinge zur Sprache, die wir unter gewöhnlichen Umständen in der häuslichen Umgebung so vermutlich nie geführt hätten.

Wir besuchten Eiscafes, gingen mit dem Rollator auf den Friedhof um Gräber ihrer verstorbenen Nachbarn und Freunde aufzusuchen oder entzündeten in der Kirche eine Kerze. Ihre Lebensqualität veränderte sich durch die Ausflüge und sie begann diese Tage zu genießen. Mittlerweile war es egal, dass sie Hilfe benötigte. Mehr und mehr ließ sie zu, dass man ihr Wege abnahm ohne dass sie den Eindruck hatte, man wolle sie „bevormunden“ oder gar „das Zepter“ aus der Hand nehmen... Sie spürte, dass die tiefe Fürsorge und Liebe, mit der sie uns umhegte jetzt auf eine andere Art zurückkam und sie akzeptierte es mit allen Facetten.

 

 

Vor einigen Jahren gab es eine Schreibaufgabe, die mich sehr faszinierte. Den alten Entwurf fand ich zwischen diversen Kurzgeschichten.

Es ging dabei um einen "Nachruf", mehr verrate ich Euch an dieser Stelle aber nicht...

 

Nachruf:

Er war Freund, Spielkamerad, Wegbegleiter und Seelentröster.

Manchmal auch "Dieb" wie "Ärgernis".

Möglicherweise lag diese Haltung aber auch in seiner adeligen

Herkunft begründet!

 

Trotz allem liebten wir ihn und seine darstellende Kunst.

Seinen Blick, bei Fehlern, mit den Augen um Entschuldigung zu bitten,

sowie seine Sanftheit, mit der er unser Herz erwärmte.

 

Wir werden ihn vermissen,

unseren guten, alten, wie treuen

Bernhardiner

Egbert H. von Gartenpforte

 

Kommunikation

Wir leben im Zeitalter der schnellen Datenverarbeitung und Kommunikation. Hierfür stehen uns viele Medien zur Verfügung. Wir Simsen, Appen und schreiben - die als mittlerweile veraltetet geltenden E-Mails...Rascher Medienkonsum, schnelle Verarbeitung wie Rücksendung von Informationen stehen im Fokus.

Andersherum beschäftigen wir uns bei all der Reizüberflutung mit Meditation und Achtsamkeitsübungen. Zeit haben die wenigsten von uns. Das Berufsleben ist straff durchgetaktet, der Alltag nebst Freizeit ausgefüllt mit abzuarbeitenden To-do-Listen, wie Freizeitaktivitäten, um uns die ersehnte Entspannung zu bringen.

Ein gutes Gespräch mit Freunden kann durchaus erholsam sein. Ebenso ein entspanntes Telefonat ohne Zeitdruck und Hetze. Wie wäre es, mal wieder einen Brief zu schreiben. Ja, den guten alten Brief mit einer Briefmarke drauf... :-)

Gern erinnere ich mich an die Zeit, als ich Briefe von den Freunden erhielt, die auswärts studierten. Auch die Postkarten aus den Urlaubsorten im Briefkasten mit einem lieben Gruß zauberten ein Lächeln ins Gesicht. Es mag nostalgisch klingen, doch ein persönlicher, handgeschriebener Gruß, den ich zudem jederzeit wieder zur Hand nehmen kann gefällt mir immer noch am Besten, als eine flüchtige Nachricht im Chat-Verlauf...

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes Pfingstfest mit netten Menschen, tollen Gesprächen und vor allem Zeit für die Menschen und Dinge, die Ihr liebt!

 

Kolumne:

Liebe ist keine Frage des Alters

Schon ein Kindergartenkind kann Liebe empfinden, wenn es seinen Spielpartner voll Verzückung anhimmelt, sie sich an den Händen halten und Küsschen austauschen. Diese Liebe ist rein und ohne vorbehalte, sorgt bei den Kleinen für Verzückung und Glückhormone wie bei den Großen!

Selbst im Altenheim verschießt Amor seine Liebespfeile. Heirate jüngst ein hochbetagtes Paar von über 90 Jahren und sagte nach der Eheschließung, sie hätten nicht mehr viel Zeit, dennoch wollten sie ihr gemeinsames Glück täglich neu willkommen heißen und genießen. Letztendlich wären beide alt genug, die Kinder erwachsen und wozu warten...

Vermutlich verändert sich mit zunehmendem Alter die Sicht auf die Dinge. War es im Kindergarten oder der Schule die erste Liebe, so wird es im Alter die Hoffnung, trotz emotionalen Gepäcks noch einmal das große Glück zu empfinden.

Warum wohl haben so viele Ehen in früherer Zeit gehalten, wie bei unseren Ur-/oder Großeltern? Sicher nicht, weil sie von vornherin für die Ewigkeit gemacht schienen. Es waren Zweckgemeinschaften der Familien. Zeitweilig haben sich die zukünftigen Ehepartner nur zwei bis drei Male vorher gesehen. Man kannte einander kaum oder gar nicht, doch die Ehe war beschlossen.

Die Menschen jeder Epoche kämpften mit Sorgen, die auch wir heute kennen und erleben. Sie hatten es aber auch nicht so leicht, sich zu trennen, wie heute... Die Frauen gingen keiner Beschäftigung nach. Sie standen mittellos und allein da, waren rententechnisch nicht versorgt. Vom Skandal einer Trennung brauche ich hier nicht zu schreiben... Auf dem Land stand eine geschiedene Frau im Visier von bösem Gerede, Häme, Ausgrenzung bis Isolation. Sie stand im Fokus, keinesfalls der Mann. Oftmals gab es Schuldzuweisungen, in 75% der Fälle war die Frau die Schuldige, auch wenn der Mann sie verlassen hatte! Selbst Schuld war eine häufig getätigte Aussage jener Zeit. Zudem waren die Scheidungen schuldhaft. Wenn man mit seinem Partner nicht gut auskam, fanden sich Wege den Schein zu wahren. Keine negative Regung durfte nach außen dringen. Man hatte glücklich und zufrieden zu sein!

Heute ist es anders. Wir verlieben und entlieben uns. Wir lassen uns anders auf das Verliebtsein ein auch wenn wir aus den vorherigen Beziehungen „Erfahrungen, Enttäuschungen oder Trauer“ wie Gepäckstücke auf einer Reise mit uns nehmen. All das trägt zur Reife bei, die es ermöglicht dieses Mal die Liebe aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und gemeinsam zu leben

 

Osterbesuch

Ostern ist seit je her Reisezeit. Egal ob Urlaub oder Verwandtenbesuch. Die Familie meiner Freundin wohnte weit verstreut und an Ostern traf sich ihre Familie immer bei den Großeltern. So kam es, dass auch wir den einen oder anderen Freund um die Ossterzeit zum Brunch oder am Karfreitag trafen und statt zu grillen den Räucherofen anwarfen. Unsere Treffen waren immer lustig und geprägt von außergewöhnlichen Ereignissen. So zum Beispiel während unserer Umbauphase, als die Kinder im Garten einen Erdhügel zur Rutschbahn umfunktionierten und mit einer alten Plastikbadewanne wie auf eine Bobbahn herunterrunterrodelten... Nach fast zwei Jahren Coronabeschränkungen hatten wir wieder Kaninchen im Garten entdeckt. Dazwischen hatten sich in der Nacht sogar Waschbären bis in den Vorort getraut. Sie buddellten auf der Suche nach etwas fressbaren unseren halben Garten um. Selbst vor der großen Meisenkugel machten sie nicht Halt und rissen sie herunter, nachdem sie den Kompst bereits umgepflügt hatten. Das Hühnergehege wies ebenfalls von außen diverse Löcher auf, die wir mit schöner Regelmäßigkeit zuschütteten.

Nach einiger Zeit verschwanden die nächtlichen Besucher wieder von selbst und es gab auch keine weiteren Löcher mehr. Auch die Hühner randalierten nicht mehr so oft in den frühen Morgenstunden, weil sie aufgeschreckt vom Lärm anschlugen. Am Samstag vor Ostern, als wir draußen beim Bruchn sassen, erlebten wir eine tierische Überraschung:

Unsere Hühner hatten von innen aus dem Gehege heraus mal wieder versucht, einen Ausbruchsversuch zu unternehmen. Das nutzen die Spatzen für sich - sie drangen von außen ins Gehege hein und pickten all die Körner auf, die unser Federfieh mal wieder verschmähte. Ungehindert flogen die flinken Diebe unter dem Gehege ein und aus. Draußen vor dem Gehege standen zwei ratlos dreinblickende Jungtauben, die offensichtlich Hunger litten und schauten sich das bunte Treiben an. Dazwischen stolzierten und flatterten unsere Hühner hin und her - stetig bemüht einen der Spatzen zu fangen... weil sich der Futterneid bei ihnen regte. Als sich zuguterletzt eine Elster oben auf dem Gehege niederließ gingen selbst unsere Hühner in Deckung. Für einen Moment sah es so tatsächlich so aus, als wäre ein Teil der Vogelweilt hier zusammen gekommen, um sich gegenseitig zu besuchen...



Es gibt für jedes Problem eine Lösung!

Seit Tante Agnes zwei Schlaganfälle erlitten hatte, schien es unmöglich für sie weiterhin in ihrem gleibten kleinen Cottage mit eigenem Garten wohnen zu bleiben. Vor Jahren waren sie und ihr Mann in ihr Sommerhaus nach England gezogen, um den Rest ihres Lebens dort zu verbringen, wo sie immer am glücklichsten waren.

Mittlerweile war sie Alltag auf Hilfe angewiesen, die der Pflegedienst zwar leistete, doch für jede Erledigung musste sie jemanden einbestellen. Als kinderlose, Witwe mit vielen Nichten und Neffen im Ausland, tat sie sich schwer mit Fremden. Sie wusste, es war an der Zeit Veränderungen vorzunehmen. Der letzte Umzug ihres Lebens rückte näher. Schon jetzt wusste sie, am meisten würde ihr der Garten fehlen. Selbst ihr Schlafzimmer in der oberen Etage war mit Blick auf den Garten ausgerichtet. Sie sah ihre Blumen wachsen, behielt die Gemüsebeete im Blick, welche sie eigenhändig angelegt hatte, jedes Jahr umgrub und bepflanzte. Zuerst hatte sie abgewogen, einen Gärtner einzustellen. Allerdings waren die Kosten letztendlich zu hoch, auch wenn es ihr finanziell nicht schlecht ging. Denneoch, sie wusste, der Weg würde sie ins Altersheim oder eine Seniorenresidenz führen. wobei jede Fahrt zum Arzt, jeder Einsatz - egal welcher Art, extra verrechnet wurde.

Nachdem sie sich schweren Herzens eine Seniorenresidenz ausgesucht hatte, wog sie die Details eines Hausverkaufs ab.  Ihre Lieblingsnichte Birgit reiste an, um ihr beim Packen, Aussortieren und Verkauf behilflich zu sein, als sie darum bat.

"Es ist ein so wundervolles Haus, Tante Agnes, warum vermietest du es nicht oder gibst es zur Pacht?"

"Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht - ich kann nicht alle Möbel mitnehmen, die Kosten für die Heimunterbringung werden meine Reserven bald aufzehren und durch den Hausverkauf hätte ich ein paar Rücklagen mehr...". Ihre Stimme klang traurig, der Kummer war ihr deutlich anzumerken.

"ich hätte eine Idee, die es dir ermöglicht, weiterhin im Haus zu bleiben und möglicherweise eine 24-Std. Kraft einzustellen, die dich betreut und jederzeit für dich da ist."

"Erklär mir das genauer!", bat Tante Agnes. In ihren Augen glomm der Hoffnungsfunke, darauf wartetend, ein loderndes Feuer zu entzünden. Es gibt eine Agentur, die junge Familien mit Kindern vermittelt. Viele davon sind medizinisch oder pflegerisch ausgebildet. Gegen einen geringen Pacht- oder Mietzins lässt du sie hier wohnen und im Gegenzug erhälst du deine Hilfen oder Pflege, sofern das notwendig ist. Die einzelnen Eckpunkte werden im Vertrag exakt formuliert. Was sagst du dazu? Ich denke es wäre einen Versuch wert!"

Tante Agnes Augen leuchteten und wenige Tage später stellten sich bereits erste Interessenten bei ihr und ihrer Nichte vor.

Letztendlich fanden sie eine wunderbare Familie mit zwei Kindern. Einen kleinen Teil des Hauses bewohnt Agnes, während die Familie zwei Drittel für sich zur Verfügung hat. Der Garten ist so schön wie eh und je, wenn auch anders. Eine Schaukel und ein Sandkasten für die Kinder wurden angelegt, die Hortensien und Rhododendren wachsen dort weiter, wo Agnes sie einst anpflanzte. Es gibt weiterhin Gemüse aus dem eigenen Garten, welches im neu gebauten Gewächshaus von ihr vorgezogen wird. Das Haus wurde rollstuhlgerecht umgebaut, Agnes erhielt einen Treppenlift und ist mit ihrer Pflegefamilie glücklicher, als sie es sich je erhofft hat.

Mittlerweile ist sie 91 Jahre alt - wer weiß, ob sie dieses Alter im Heim erreicht hätte, fernab von ihrem geliebten Heim und Garten...! Es gibt für jedes Problem eine Lösung, man muss nur danach suchen. 


 

Auf der Suche nach dem großen Glück

Wir alle sind Wanderer, Suchende und Hoffende.

Manch einer hofft auf den Lottogewinn, wieder andere auf eine Erbschaft, ein Dritter wartet auf die Rückmeldung seiner Bewerbung im gewünschten Ausbildungsberuf. ..! Wir alle haben Träume, Wünsche, Hoffnungen wie Ziele die verschiedene Lebensbereiche berühren.

Doch vergessen wir darüber nicht die kleinen Dinge des Lebens? All jene Dinge, die es lebenswert, angenehm und schön machen? Liebenswürdigkeiten, Freundlichkeiten, Hilfsbereitschaft und so viel mehr?

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die sich zu „einem großen Glück zusammenfügen“ können:

  • Das erste Lächeln des eigenen Kindes/Enkelkindes

  • Ein freundlicher Zeitgenosse, der mir eine Türe aufhält, wenn ich schwer zu Tragen habe

  • Frühlings- oder Sommerblüten auf der Wiese

  • Freundschaften, die sich über Jahrzehnte bewährt haben

  • Ein gutes Gespräch mit den Kollegen beim Essen-

  • Ein lang erwarteter Brief/oder eine E-Mail

  • Dankbarkeit

Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen…

 

Es ist das irdische Glück, welches uns glücklich macht. Nicht die Suche nach dem einen, großen Glücksmoment.

Glück setzt sich aus vielen kleinen, einzelnen Momenten, Erlebnissen und Begebenheiten zusammen, die unser Herz tief berühren und die Seele streicheln.Glück lässt sich manches Mal schwer allein mit Worten beschreiben Man fühlt es. Wer es erfährt, strahlt es oftmals aus.

Glück ist ein Geschenk. Wir müssen nur lernen  es im Alltäglichen zu sehen.

 

Fachkompetenz

Seit zwei Tagen wartete unsere Versandabteilung auf den Kundendienst, der von der Herstellerfirma anreisen musste.

Die Geräte sind so empfindlich, dass sie ein Niesreiz der Kollegen im Nachbarbüro schachmatt setzten....“, erklärte der Techniker unseres hauseigenen EDV-Teams mit einem bösen Grinsen.

Der Aufwand, ehe wir drucken, kopieren oder faxen konnten war immens, da einer von uns immer in die Nachbarabteilung weiter laufen musste. Hier rächte sich wieder einmal das Einsparungspotential zu Gunsten eines neuen Gerätes. Während der alte Drucker langsamer, aber erheblich robuster war, musste ein neues, wesentlich komplexer arbeitendes Gerät angeschafft werden. Angeblich konnte es fast alles, außer die Post zur Poststelle bringen... Aufgrund hoher Kosten wie Wartungsarbeiten, wurde ein Gerät für drei Abteilungen genutzt, wobei die Kosten letztendlich höher als erwartet ausfielen...

Der „Gerätemanager“ der Herstellerfirma wurde von drei Leuten begleitet. Der Jüngling an seiner Seite - der hingebungsvoll seinen Ausführungen lauschte - schien sein Auszubildender zu sein, welcher den Werkzeugkoffer tragen durfte.

Nach einführenden Worten begann der „fachkompetente Gerätemanger“ umständlich die Papierschächte zu untersuchen. Ferner suchte er nach Schnipseln abgerissener Seiten.

Das haben wir alles überprüft,“ warf der stellvertretende Leiter unserer EDV ein. Letztendlich wusste er am besten, wie viel die Monteurstunde dem Unternehmen kostete.. Kopfschüttelnd fachsimpelnd murmelte der Fachmann etwas für alle Unverständliches vor sich hin, was außer seinem Azubi niemand zu verstehen schien.

Dieser nickte andächtig und reichte seinem Vorgesetzten nach einem weiteren gemurmelten Monolog feierlich einen Pinsel aus dem mitgebrachten Koffer. Der Pinsel sah aus, als habe man ihn aus dem Kosmetikkoffer einer Visagistin entwendet. Angestrengt in den Schacht blickend, begann er imaginäre Papierschnipsel, die offenkundig nur er sehen konnte, auszufegen. Seine geöffnete Hand darunter haltend, zeigte er triumphierend einen Hauch Papierschnipsel. Sein vorwurfsvoller Blick wanderte zu den EDV-lern unseres Hauses.

Als nächstes widmete er sich dem Aufbau unseres Druckers. Er schraube bald hier, bald da, murmelte immer wieder vor sich hin oder schüttelte den Kopf, fand jedoch keinen Fehler.

Wo könnte Ihrer Meinung nach der Fehler liegen?“, wagte ein Mitarbeiter unserer Datenverarbeitung, der bislang schweigend zugesehen hatte, nachzufragen.

Unsere Geräte sind so konzipiert, dass sie auf die kleinste technische Störung reagieren und in der Regel anzeigen, woran es liegt“, antworte er würdevoll.

Ihr Versuch, hier etwas in Ordnung bringen zu wollen, hat die Elektronik verwirrt...“.Fragend sahen unsere Haustechniker ihn an. Als der Mann ihnen keine alternative Antwort gab, konterte der junge Kollege aus der EDV: „Mehr als die Papierschächte auf allen Ebenen zu öffnen, sowie die Farbkassetten herauszunehmen, um dort nach Papierschnipsel zu sehen, wie Sie es bisher taten, haben auch wir nicht getan.“

Mit strafendem Blick, sichtlich in seiner Ehre gekränkt, sah der „Gerätemanager“ ihn an.

Hier kann ich nichts ausrichten. Es wird ein größeres technisches Problem sein.... !“ Verschwörerisch zwinkerte er seinem Azubi zu, der sogleich die Tasche zusammenpackte und beiseite trat. Der Drucker wurde auf einen mobilen Wagen gestellt und zur „Diagnosestellung“ mitgenommen..

Letztendlich führte der für viel Geld angeforderte „Gerätemanager“ des Herstellers eine schlichte Druckerfehlerbehebung durch, für die wir selbst bereits von der EDV unseres Hauses geschult worden waren.

Weder der gut sortierte Werkzeugkoffer, noch das imponierende Namensschild des Herstellers mit dem Titel „Gerätemanager“ rechtfertigte den Auftritt des Mannes. Wobei ein Titel nichts über Kompetenz oder erworbenen Zertifikate aussagte.

Letztendlich erhielten wir zur Überbrückung ein altes Gerät aus dem Lagerbestand unserer Firma - das war vor zwei Wochen.

Gewiss sucht die Elite der fachkompetenten Geratemangager noch immer nach dem Fehler“, sagte unser stellvertretender EDV-Chef mit einem Augenzwinkern als er uns eine neueTonerkassette brachte.

 

Typisch Westfälisch

 

Um die Westfalen, wie deren Mentalität ranken sich sich viele Mythen. Sind sie ein buntes Völkchen, sprechen eine eigene Sprache, was nicht nur heißen soll, „so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist“. Man unterscheidet Dialektgruppen wie Mundartgruppen.

So heißt das Brot nicht überall Brot, nein, es kann regional auch „Broud“, oder „Brod“ genannt werden. In den vielfältigen Regionen Westfalens wird sogar noch „Platt gekürt“, also Plattdeutsch gesprochen.

Der Westfale“ ist vom Typ her „bärbeißig", eigenwillig wie eigenbrötlerisch, geschickt, arbeitssam, neigt jedoch zur Melancholie oder zwanghaften Lustigkeit...! Das sind nur ein paar charakterisierende Stichworte.

Die klischeehafte Beschreibung: „mit einem Westfalen muss man zuerst einen Sack Salz essen, ehe er zum Freund wird“, ist also nicht aus der Luft gegriffen....sondern fast schon ein geflügeltes Wort.

Als Typisch Westfälisch bezeichnet man einen ureigenen Menschentyp vom Wesen des "Sturkopp"!

Doch sind die Westfalen wirklich so unnahbar? Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund!

Sie lieben, je nach Region, die Mettwurst aus dem Rauchfang – luftgetrocknet versteht sich. Sie feiern Schlachtfeste im Spätherbst und laden ein, dazu kommen selbstgemachtes Sauerkraut oder die deftige Graupensuppe mit gekochtem Rind- wie Rauchfleisch auf den Tisch.

Man mag es durchaus gesellig mit seinesgleichen, was wir an den vielen regionalen Spezialitäten wie Münsterländer Töttchen oder Pumpernickel plus luftgetrocknetem Schinken inklusive Korn sehen. "Grünkohl oder Pfefferpotthast" sind typisch deftige Bauerngerichte, die auch heute noch in Landgasthöfen serviert werden.

Im Grunde ist der „typische Westfale“ wohl ein eher zurückhaltender Menschentyp, der der Geselligkeit durchaus nicht abgeneigt ist und gutes Essen liebt. Er pflegt Traditionen wie Bräuche, was sich auch im Wesen der Schützenfeste oder im Jahreslauf der Kirchenfeste mit Frohnleichnamsumzügen oder zum Erntedankfest in den Kirchen spiegelt.

Von der landläufigen Vorstellung her, ist „der Westfale“ eher der bäuerliche Typ. Manch einer auch mit Land oder Waldbesitz. Hofläden oder Landcafes gehören, je nach Region sekundär dazu...

Mittlerweile hat sich ein Wandel vollzogen, Westfalen steht jetzt sogar für Whiskey, Designermöbel und hochwertige Küche.

Das Bild vom „urtümlichen Westfalen“ hat sich gewandelt, denn selbiger hat den Zeitgeist der Moderne längst erfasst...


 

 

Schutzgeister und Dachreiter

Im Altertum und Mittelalter war es üblich, sein Hab und Gut vor bösen Geistern oder Urgewalten zu schützen. Bei meiner Recherche über Riten und Bräuche des Mittelalters stieß ich auf die „Dachreiter“ als Schutzzeichen oder Schutzgeister.

Das waren kunstvoll gefertigte Stein- oder Metallfiguren, mit großer Symbolkraft, die Hinweise auf den Beruf oder den gesellschaftlichen Stand des Besitzers geben konnten. Sie waren nicht nur Schmuck, sondern hatten religiöse wie abergläubische Hintergründe.

Ein Reiter mit Pferd galt im Mittelalter als Statussymbol der Kreuzritter. Verschiedenen Figuren sprach man besondere Eigenschaften zu. Es gab Ungeheuer, Fratzen und Tiere, die Schutz vor Feuer und Blitzen boten, wie andere Gefahren bannen sollten. Manche konnten sogar den Wohlstand fördern.

Dabei waren verschiedene Tiere fest im Volksglauben durch Kraft oder Fähigkeit verankert, so auch Hahn, Eule, Rabe oder Katze. Eule und Katze können in der Dunkelheit sehen, daher schützten sie die Bewohner in der Dunkelheit.

Dachreiter fanden sich meist am Westgiebel von Kirchendächern. Später an Rathäusern. Es waren filigrane Motive aus Stein, die von hoher Handwerkskunst zeugten.

Aber auch Zunftzeichen konnten gewissermaßen das Unheil abwenden, sofern christliche Symbole wie das Kreuz eingebunden wurden.

Aus Tonziegeln, bunter Keramik oder als Metallfiguren schmücken sie heute wieder Häuser wie Hotels. Hotelbesitzer nutzen gern den Schlafwandler, der den Gästen süße Träume bringen soll. Tauben bringen Frieden ins Haus.

Während der Hochzeit des Steinkohlebergbau spiegelten höhergestellte Steiger in den Zechensiedlungen gern ihren Wohlstand. Eigens aus Kupferblech gefertigte Figuren, die einen Bergmann mit Spitzhacke und Laterne zierten, fanden sich bis in den 60-er Jahren häufig auf Vordächern der Veranda.

 

Ein Rabe auf der Dachrinne, oder eine Phantasiefigur mit Angel soll Abschreckung für Tauben, Elstern wie Rabenkrähen sein.

Hexen auf ihrem Besen schützten vor dem bösen Blick oder anderem Unheil.

 

Wetterfahnen erfüllten vor Jahrhunderten einen ähnlichen Zweck, während sie heute mehr dekorative Windspielereien sind. Handwerker und Händler legten ihre Augenmerk auf handgeschmiedete Zunftzeichen, wie man sie heute oftmals noch in mittelalterlichen Stadtkernen entdecken kann.

 

Der Mythos dieser Dachfiguren hat sich bis heute gehalten, die alte Tradition der Schutzgeister lebt wieder auf.

In unseren Zeiten ist noch eine weitere magische Wirkung hinzugekommen:

Die oft aufwändig gestalteten Kunstwerke üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Betrachter aus...!

 

 

Das Glück des einfachen Lebens

 

Zugegeben, als Kinder störte uns das Plumpsklo versteckt im Garten der Urgroßmutter nicht so sehr.

Jedoch die fetten Spinnen, die im Frühjahr hinter den Holzbalken und aufgefleiten Kaminholzscheiten hervorkamen, störten mich schon ein wenig. Der Spruch meiner Cousins: „Die fressen nicht viel...“, war dabei wenig hilfreich. Was soll ich sagen, ich war halt mehr Stadtkind.

Sie wuchsen auf dem Land zwischen Gemüsegarten, Landmaschinen und Tierstallungen auf. Der Geruch von Dung, Kuhfladen und Plumpsklo hatte ihre Nasen abgehärtet...

Eine meiner Tanten vertrat den Standpunkt, Kinder müssen dreckig sein, nur dann werden sie gegen Krankheiten abgehärtet! Nun, wir alle spielten draußen im Feld, den Ställen oder der Kieskuhle.

Leider waren es ihre Jungs, die im Sonntagsstaat barfuß über die Wiese durch Kuhfladen zum See liefen, um am fünfundachtzigsten Geburtstag der Urgroßmutter zu angeln...

Das Bild, wie die Zwei mit den Fischen im Eimer, feuchten hochgekrempelten Hosenbeinen, Drecksfüßen und zerzausten Haaren erschienen, sehe ich heute noch in meiner Erinnerung, ebenso wie das Gezeter meiner Tante.... Die Blamage vor all den auswärtigen Gästen war zu groß und zu viel für ihre strapazierten Nerven...!

Unser Urgroßvater meinte es gut und wollte die Situation abmildern, indem er erklärte, sie solle sich nicht so aufregen - Ihre Söhne passten halt in keine Form. Das er die Situation damit verschlimmerte, fiel ihm in diesem Augenblick wohl nicht auf.

Heute, Jahrzehnte später, kehre ich leider nur selten an diesen Ort zurück.

Doch wann immer ich dort bin, habe ich das Gefühl, die Zeit ist stehen geblieben.

Die winzigen Häuser im Ort, mit ihren verwunschen wirkenden Vorgärten in denen Kletterrosen und Clematis am Eingang stehen. Die üppig blühenden Vorgärten mit Pfingstrosen, Storchenschnabel und Schleierkraut, in denen dank des untergegrabenen Hühnermist oder den Pferdeäpfeln beinahe alles gedieh. Fast nichts hat sich dort verändert. Es ist der Charme der Alterslosigkeit unserer Kindheit, die wir alle zwei Jahre mit einem Treffen in der Abgeschiedenheit des Dorflebens der Urgroßeltern zelebrieren.

Das Haus riecht noch wie damals. Nach Eichenholz und Asche, Bohnerwachs und Mottenkugeln in der Kommode.

Es ist die Schlichtheit, welches das Gefühl von Heimkommen vermittelt. Spätestens wenn der Kaminofen angeheizt, und der von Hand gebrühte Filterkaffee auf dem Tisch steht, vergessen wir langsam die Hetze des Alltags.

 


Der Wald hat mir eine Geschichte erzählt


Endlich! Erste Sonnenstrahlen wärmen den eiskalten Boden. Bislang hielt der Winter die Natur mit seinem Eishauch umklammert.

Nur langsam schmilzt der Schnee. Das Tauwasser bahnt seinen Weg durch die Furt und sammelt sich dort.

Immer rascher fließt das schmelzende Nass über die Wege, weiter durch die Furt, ehe es im kleinen Fluss einmündet.

Umliegende Auenwiesen und angrenzende Felder werden überschwemmt. Meist geschieht das im Februar. Erste gefiederte Boten erkunden die Zweige, halten Ausschau nach einem guten Nistplatz. Frühes Kommen sichert auch hier die besten Plätze. Noch dauert es eine Weile, ehe die Blätter austreiben. Zwar ist noch alles kahl, doch emsig macht sich der Specht daran, erste Bäume zu inspizieren. Die Herbst- und Winterstürme haben einige Bäume entwurzelt. Bald hört man sein rhythmisches Hämmern im Wald.

Wenn der letzte Schnee geschmolzen ist, die Sonne an Kraft gewinnt und den Waldboden erwärmt, verwandelt sich der Boden binnen weniger Tage in ein gelb weißes Blütenmeer aus Schlüsselblumen und Buschwindröschen. Noch wirken Käfer und Ameisen im Verborgenen oder unter der Erde. Bald schon wagen sich Ameisen hinaus um ihre Hügel zu erweitern. Es sind geniale Baumeister, die gut organisiert Hand in Hand arbeiten. Sie erobern die Bäume und halten sich Läuse, deren süßen Nektar sie für eigene Zwecke nutzen.

Rehe und Hirsche streifen mit größter Vorsicht durch den Wald, denn auch der Mensch erobert die Wege und Pfade im Wald. Oft mit ihren Vierbeinern an der Leine oder zu Pferde auf den ausgewiesenen Streckenabschnitten.

Schon im Winter, bis zur Jagdsaison Anfang Mai surren die Kettensägen. Die Holzfäller sind unterwegs, räumen umgestürzte Bäume von den Wegen und Schneisen, dort wo sie eine Gefahr darstellen. Auch umsturzgefährdete Bäume oder solche, die zu dicht beieinander stehen, werden abgesägt. Der Wald wird verjüngt.

 

An Stellen, wo die Schneisen kaum von Menschenhand geräumt werden können, kommen die Rückepferde zum Einsatz. In den großen Gebieten mit Monokulturen auch der Harvester. Eine Baumfäll- und Sägemaschine, die die Bäume fällt, entastet und zersägt. Alles erfolgt vollautomatisch, der Mensch gibt nur noch das Programm vor. Der Waldboden verdichtet sich unter der Last der Maschine und von der Ruhe des Waldes ist längst nichts mehr zu spüren...

Mit dem Wachstum der Blüten, die den Waldboden wie ein weiß und blauviolettes Blütenmeer aussehen lassen, erscheinen erste Hummeln und Wildbienen und gründen ihre Staaten. Bald schon ist die Luft erfüllt vom Summen der fleißigen geflügelten Insekten auf der Suche nach Nektar.

Mehr und mehr Pflanzen erblühen im späten Frühjahr. Es beginnt zu duften. Mensch und Tier riechen die Boten und Blüten des Frühlings. Der herbe Duft des Bärlauch, Waldmeister und der liebliche Geruch von Maiglöckchen wird von der Luft getragen.

Die Jäger der Nacht erwachen aus ihrem Winterschlaf – erste Fledermäuse werden aktiv-Sie machen Jagd auf Ungeziefer und Plagegeister wie Steckmücken. Im Wasser der Furten wimmelt es bald wieder von Larven.

 

Das Blätterdach der Bäume ist fast vollständig zugewachsen und beschattet den Boden. Moose, Flechten und Farne halten die Feuchtigkeit im Boden, wenn die Temperaturen steigen. Es bleibt kühl und erfrischend. Die grüne Lunge reguliert auch bei großer Hitze das Waldklima.

Im zeitigen Frühjahr hat der Förster die Nistkästen der Meisen und anderen gefiederten Jäger gesäubert und neu ausgerichtet.

 

Überall herrscht emsige Betriebsamkeit, werden Nester gebaut, gebrütet und Jungtiere großgezogen. Fasane queren die Felder, Milane, Bussarde und Habichte sind stetig auf der Jagd. Auch in den Auenwiesen regt sich neues Leben. Enten wie Eisvögel, sie alle erledigen mit Fleiß und Ausdauer ihr Brutgeschäft.

 

Mit dem nahenden Sommer beginnt die Angelsaison. Aber auch Wildcamper mit ihren Zelten und Campinggrills zieht es in die Nähe von Wald und Wasser.Oftmals entzünden sie Lagerfeuer, manches Mal richten sie große Schäden an. Oft genug ist durch Unachtsamkeit ein Waldbrand entstanden. Ein schlecht gelöschtes Lagerfeuer, glimmende Zigarettenstummel deren Gifte in den Boden eindringen, Abfälle, die achtlos liegen gelassen werden. Flaschen oder Scherben, die wie ein Brenngras wirken, wenn die Sonne drauf scheint... Die Schäden durch Brände sind immens und es dauert oft Jahrzehnte, ehe sich die Landschaft renaturiert. Manches Mal schlägt auch der Blitz eines heftigen Sommergewitters in einen Baum.

 

Im Sommer reifen süße Waldbeeren. Erneut liegt ein lieblicher Duft in der Luft. Egal wer, Vögel, Bienen, Ameisen oder Schnecken, jeder liebt diese süßen Früchtchen...auch der Mensch. Die Temperaturen steigen, das Wasser wird in manch einem Jahr knapp. Sträucher und Bäume nehmen Schaden, verdursteten oder sterben ab. Naturgewalten haben dann leichtes Spiel.

Auf den umliegenden Feldern wachsen Korn, Mais, Kohl oder Kartoffeln.

Sobald die Hitze des Sommers nachlässt, machen sich die Wildschweine daran, die Felder zu durchstreifen. Sie lieben Mais und Kartoffeln. Häufig halten selbst Zäune sie nicht ab. Sie walzen alles nieder, es sei denn es ist ein Elektrozaun....

Eichelhäher sammeln erste Herbstfrüchte, verstecken die Eicheln und tragen auf ihre eigene Art Sorge für den Fortbestand des Eichenwaldes.

Jahrzehnte zuvor trieben die Bauern ihre Schweine noch durch den Wald. Sie fraßen Eicheln, Bucheckern und Kastanien, ehe im November die Schlachtzeit kam.

Mit dem Herbst kommen wieder vermehrt die Menschen in den Wald. Sie sind auf der Suche nach verfärbten Blättern, den vielfältigen Früchten der Bäume oder Pilzen. An feucht-heißen Herbsttagen wachsen Champignons, Pfifferlinge oder Steinpilze im rasanten Tempo. Doch nicht nur essbare Pilze breiten sich aus, der todbringende Fliegenpilz und Knollenblätterpilze wächst am Wegesrand oder in der Nähe von Birken. Filigran gearbeitete Spinnennetze zwischen den Bäumen aufgespannt leuchten silbern wie von Feenhand gesponnen und behindern oftmals die Pilzsucher

Mit dem Fortschreiten des Jahres kehrt langsam Ruhe ein. Die Tage werden kürzer und es wird kälter. Bis zum Weihnachtsfest finden vereinzelt Winterwaldmärkte statt. Danach ist es an der Zeit zu träumen, ehe der ewige Kreislauf der Natur erneut beginnt.


Unerwarteter Osterbesuch


Es war der 11. März 2020, als die erste Welle der Coronapandemie über das Land und die Welt schwappte. Ein eigenartiges Gefühl. Geschäfte und Gastronomie blieben geschlossen, auch über Ostern. ware Menschenansammlungen zu meiden, die Kontakte zur Familie und Freunden waren erheblich eingeschränkt. Was nutzte es zu jammern. Prinzipiell ging es uns gut - wir hatten ein Dach über dem Kopf, eine warme Wohnung, konnten Lebensmittel einkaufen. Zudem standen uns sämtliche Medien zur Kommunikation zur Verfügung.

 

Begriffe wie Homeoffice und Homeskooling prägten ab sofort den Alltag. Der Schreibtisch im Schlafzimmer, die Kindergartenkinder in der Küche... Alte Spiele wurden neu entdeckt, es wurde improvisiert und gebacken, gebastelt und man besann sich auf das Wesentliche.

Den Kindern die Zeit zu vertreiben war nicht immer einfach. Wer keinen Garten besaß musste mit Geduld und Erfindungsreichtum neue Wege der Kinderbelustigung finden...

 

Die Kinder meiner Freundinnen bastelten Osterkarten oder stellten selbstgemachte Obstbaumanhänger für die heimischen Vögel her. Sie verkochten Schmalz mit Sonnenblumenkernen, gehackten Haselnüssen und Graupen. Finken und Meisen nahmen die Zusatznahrung dankbar an. Letztendlich trauten sie sich sogar dichter ans Haus. Die Tiere eroberten manch ein Territorium im Wald, Wiesen oder Parks zurück, da sich erheblich weniger Menschen im Freien aufhielten. Eichhörnchen spragen von Baum zu Baum und eines Morgens stand sogar ein Waschbär auf der Mülltonne in der Nachbarschaft...

 

Als unsere Kinder am Ostersonntag in der Küche standen und mit faszinierten Gesichtern in den Vorgarten starrten, war offensichtlich etwas Merkwürdiges im Gange. Normalerweise interessierten sie sich nicht für das, was im Vorgarten vor sich ging...!

Unter den Büschen, gut versteckt saß ein Vierbeiner und zeigte seine Kehrseite.

Das ist ein Hase!“, wisperte eines der Kinder.

Nee, das ist ein Hund ohne Leine,  der nach etwas sucht oder ausbuddelt – pass auf, gleich kommt sein Besitzer hinterher...“, war die altkluge Antwort des älteren Geschwisterkindes.

Der erwartete Hundebesitzer kam nicht, aber der vermeintliche "Hasenhund" drehte sich langsam um, starrte uns entgeistert an und entpuppte sich als Kaninchen.

Keiner von uns bewegte sich.

Das Tier drehte sich und hoppelte gemächlich die Treppe hinauf und schnupperte an der Haustüre. Nachdem es sich offensichtlich genug umgesehen hatte, besuchte es die Nachbarn.

 

Drei neugierige Kinder stürzten zur Türe und stolperten fast über eine Geschenktüte mit bunten Schokoladeneiern...

Ob Kaninchen auch Ostereier ausliefern? Diese Frage haben wir bislang noch nicht klären können...!

 

 

Winterzeit = Ruhezeit

Eisblumen an den Fenstern, Raureif auf Gräsern und Pflanzen, zugefrorene Seen bei klirrender Kält oder Schnee, so haben unsere Großeltern und Eltern noch den Winter erlebt. Zu dieser Zeit gab es selten Zentralheizungen oder fest schließende Fenster. Durch die Ritzen der Holzrahmen zog es und die kalte Luft schien überall zu sein, da es kaum Jalousien gab.

Die Zeit zwischen den Jahren, sowie die im Monat Januar, galten als Ruhezeit. An den langen Abenden vor dem Ofen oder offenen Kamin wurde viel von den Großeltern erzählt oder Wissen an die Kinder weitergegeben. Das geschah durch Erzählungen wie praktischen Anwendungen.

Die letzten Schweine wurden geschlachtet, in Salz eingepökelt oder Schinken und Mettwürste im Rauchfang des Kamin geräuchert. Die meisten Aufgaben der Vorratshaltung mussten jedoch bereits im Herbst erledigt sein.

Im Winter legte man Pläne und Zeichnungen für die Fruchtfolgen des kommenden Jahres auf den Äckern und für die Gärten an. Dabei lernten schon die Kleinsten, welches Gemüse miteinander wuchs und welches besser nicht zusammen angepflanzt wurden, weil sie sich nicht riechen können...

Tomaten und Gurken mögen beispielsweise nicht beieinander stehen. Dafür werden Erdbeeren aromatischer, wenn Minze zwischen den Pflanzen wächst. Knoblauch hält Schädlinge fern. Mit Bananenschalen, fern von jungen Salatpflanzen ausgelegt, lockt man Nacktschnecken an, die sonst die zarten Pflanzen fressen würden.  Gerätschaften wurden ausgebessert und zum Teil erneuert.

Das Leben war Abhängig von Rhythmus der Natur. Hausmittel halfen gegen Erkältungen, die Rezepte wurden in der Familie weitergegeben oder verfeinert. Das Essen war einfach aber deftig. Gemüseeintöpfe und selten Fleisch, allenfalls an Sonntagen. Fettgebackenes wie Krapfen mit Rosinen, Apfelschnitzeln oder „Hefeballen“ mit Marmelade (Berliner), wie wir sie aus der Karnevalszeit kennen, gab es an Sonntagen, wenn die Verwandten zum Kaffee nach dem Kirchgang kamen. Manchmal wurden bereits am Vortag Berge von Waffeln mit dem "Tickeisen“ in der Mitte der Ofenmulde über der Glut im Herd gebacken. Dazu wurde der Herd nur mit einer bestimmten Holzsorte beheizt, damit die Temperatur lange vorhielt. Traditionen wurden gepflegt und weitergegeben, Feiertagsriten eingehalten und zelebriert.

 

Vieles von diesem alten Wissen ist heute leider verloren gegangen und würde sicher auch uns „modernen Menschen“ noch von Nutzen sein. Bereits im Mittelalter begannen Nonnen wie Mönche ihr Wissen zu sammeln, zusammenzutragen und aufzuschreiben. Glücklicherweise ist noch heute einiges überliefert, wie Rezepte von Hildegard von Bingen, die uns immer noch zu Gute kommen.

 


Gevatter Tod sucht eine Frau


Vor sehr langer Zeit wurde einem Köhler und seiner Frau ein Kind geboren. Das Kind war leider ein Mädchen und nicht der erhoffte Sohn. Die Eltern waren enttäuscht, denn es stellte sich kein weiterer Nachwuchs mehr ein. Irgendwann bemerkten die Eltern zudem, dass ihre hübsche Tochter Viola sehr schlecht sehen konnte. So nahmen sie ihe Kind täglich mit in den Wald, während sie ihrer Arbeit nachgingen.

Oft saß das Mädchen auf einem bemoosten Baumstumpf und sang mit wunderschöner Stimme. Manch Wanderer lauschte ihren Liedern verzückt lächelnd. Schon bald erzählten sich die Leute, dass eine Elfe im Wald lebe, die mit ihrem Gesang die Menschen verzaubere. Tagein, tagaus verbrachte Viola im Wald, daher kannte sie fast alle Geräusche, wie das vage Farbenspiel des Waldes. Doch was nach einer zauberhaften Kindheit klingt, wurde Viola bald eintönig. Je älter sie wurde, umso mehr langweilte sie sich. So suchte sie sich eines Tages einen langen Stock als Stütze und tastete langsam vorwärts.

Zur gleichen Zeit saß der Tod an der Grenze seines Reiches auf einem Wegestein und blickte sehnsüchtig zum Menschenreich. Er hoffte, dass jemand freiwilig die Grenze in sein Reich überschreiten würde. Er holte die Menschen ab, wenn ihre Zeit gekommen war. Doch er hatte wenig zu tun, war einsam und suchte eine Gefährtin...

Er blickte an sich herab und bemerkte, wie beängstigend, wie angsteinflößend er wirkte. Manch einer, den er abgeholt hatte, beklagte sich über den Geruch, der ihm anhaftete: Moder und Verwesung. So beschloss er, sich im ersten Grün der Duftveilchen zu wälzen, um die Ausdünstung zu überdecken. Nachdem er eine passende Stelle gefunden hatte und darin herumtollte, war er zufrieden. Sein weiter Kapuzenmantel verdeckte zum Glück den knochigen Körper.

Viola war ein gutes Stück vorangekommen, bis sie zu einer Weggabelung kam.

Auf einem Wegestein konnte das Mädchen schemenhaft einen Wanderer sitzen sehen.

"Bitte lieber Wandersmann, sagt mir, wohin führt dieser Weg?", fragte sie.

Verwundert sah der Tod zu ihr auf. Er schaute sich das Mädchen genauer an und stellte fest, dass sie beinahe blind war.

Er räusperte sich und antwortete: "Der Weg führt direkt in mein Reich."

"Oh, dann seid Ihr gewiss ein Fürst oder gar ein König", stellte sie erfreut fest. "Wie abenteuerlich!"

"Ja, ich bin der Fürst der Unterwelt! Doch nun, da Ihr wisst, wer ich bin, seid so nett und nennt mir Euren Namen."

"Ich war unhöflich, mein Name ist Viola. Aber verzeiht mir, von Eurem Reich habe ich noch nie gehört, also schätze ich, es ist ein kleines Herrschaftsgebiet."

Gevatter Tod war für einen Augenblick sprachlos.

"Das ist meine Chance", dachte er. "Wenn ich es geschickt anstelle, geht sie freiwillig mit mir."

"Ja, es ist nicht groß, aber ich bin auf der Suche nach einer Frau, die mich lieben kann."

"Warum solltet Ihr keine Frau finden? Ihr herrscht über Euer eigenes Land und nennt es Euer Reich."

"Nein."

"Nein? Das verstehe ich nicht!"

"Weil ich dem Tod geweiht bin", erwiderte er vorsichtig.

"Das ist traurig, aber es schreckt mich nicht, auch ich habe einen Makel", erklärte sie. "Ich bin fast blind. Für mich ist es nicht wichtig, wie jemand aussieht. Meine Eltern sind alt, sie wünschen sich einen Sohn, der sie versorgt, aber das kann ich nicht. Sie müssen bis zu ihrem Ende arbeiten, denn jemanden wie mich will niemand zur Frau nehmen."

"Wenn Ihr mit mir kämet", sagte er bedächtig, dann würde es Euren Eltern wie auch Euch an nichts fehlen."

"Könnt Ihr mir versprechen, bis zu ihrem Ende für sie zu sorgen? Wenn ja, dann könnte ich mir vorstellen, mit Euch zu gehen."

"Ich verspreche es, wenn Ihr nur mit mir kommen würdet..."

"Dann will ich mit Euch gehen, da ich als kranke Tochter eine Last für sie bin!"

Er griff nach ihrer Hand und begleitete sie zurück zu den Eltern, die immer noch gebückt im Wald arbeiteten. Diese erschraken heftig, als sie sahen, wer neben ihrem Kind stand. Sie dachten, der Tod wolle sie mit sich in die Unterwelt nehmen.

"Vater, Mutter", rief Viola - "ich habe Gevatter Tod getroffen und werde mit ihm in sein Fürstentum gehen. Er versprach mir, dass es Euch an nichts fehlen wird. ihr müsst dann nicht mehr so schwer arbeiten!"

"Nein, Kind! Geh nicht", rief die Mutter entsetzt.

Verzweifelt sagte der Vater: "Lieber arbeite ich, bis ich tot umfalle..."

Traurig versuchte Viola die Eltern anzusehen und schüttelte den Kopf. "Ich werde mit ihm gehen, denn ich gab ihm mein Versprechen und er mir das Seine!"

Gevatter Tod sagte leise: "Ich werde sie also mitnehmen und für sie sorgen."

Dabei war das gruselige Klappern seiner Knochen zu hören. "Geht heim, seht, was ihr dort vorfindet. Nie mehr müsst Ihr zum Torfstechen oder Holz schlagen hierher kommen..."

Dann breitete er seinen Mantel aus, zog Viola an sich und war im selben Augenblick mit ihr verschwunden.

Die Eltern waren entsetzt. Sie weinten aus Verzweiflung, riefen laut Violas Namen. Doch sie tauchte nicht mehr auf. Traurig machten sie sich auf dem Heimweg und betraten ihre ärmliche Behausung.

Auf dem Tisch lag ein Koffer mit Goldmünzen, doch sie konnten sich nicht freuen. ihre geliebte Viola war fort und würde nie zurückkehren.

Nach zwei Tagen gingen beide völlig verzweifelt zurück in den Wald zu der Stelle, wo der Tod und Viola sie verlassen hatten. Gevatter Tod wartete dort auf sie.

"ich dachte mir, dass Ihr kommen würdet", sagte er mit knarzender Stimme.

Eine unheimliche Stille lag in der Luft, es war so, als würde der Wind für einen Moment den Atem anhalten.

Gevatter Tod holte seine Sense unter dem Umhang hervor, sprach seine drei magischen Worte und nahm beide mit sich in die Unterwelt.

Die Halskette von Violas Mutter behielt er bei sich und gab sie Viola einige Tage später. Fassungslos versuchte Viola ihn anzuschauen.

"Sie wollte sich niemals von ihr trennen, auch nicht im Tod", stellte sie erstaunt fest.

"Dennoch gab sie mir die Kette für dich mit - als Hochzeitsgeschenkt- also trage sie", erwirderte er barsch.

Viola ließ sie in ihre Kleidertasche gleiten: "Erst wenn ich ein neues, passendes Kleid dazu habe, werde ich sie tragen", entschied sie. "Irgendwann, wenn ich es habe, gehe ich heim um meine Eltern zu besuchen, damit ich mich von Herzen dafür bedanken kann."

Bestürzt sah der Tod sie  an, antwortete aber nicht, dann wandte er sich von ihr ab.

Viola spürte, dass ihre Mutter sich nicht freiwillig von der Kette getrennt hatte.

"Die Gefühle des Trägers gehen auf das Schmuckstück über", ...so hatte es ihre Mutter immer gesagt. Sie spürte grenzenlose Furcht, als sie die Kette in der Hand hielt. Eine böse Ahnung beschlich sie.

In der Nacht, als Gevatter Tod tief und fest schlief, schlich sie zur Truhe, wo er seine Sense verwahrte. Sie hatte den Tod einmal heimlich belauscht und sprach die drei magischen Worte. Dann wartete sie auf das, was geschehen würde. Sie hörte plötzlich die Stimmen ihrer Eltern.

In diesem Moment wusste sie, dass er alle betrogen hatte. Viola wurde wütend wie nie zuvor im Leben.

Plötzlich nahm sie den Modergeruch und die Verwesung wahr, die von ihrem schlafenden Gefährten ausgingen. Er hatte alle getäuscht.

Erbost schlich sie sich mit der Sense in das gemeinsame Schlafgemach zurück und drosch damit auf den schlafenden Tod ein. Gevatter Tod bäumte sich einmal kurz auf, dass seine Knochen klapperten und verschwand danach in sein Schattenreich.

In diesem Moment veränderte sich aber auch Viola. Ihre Hände wurden dünn und knochig. Alles an ihre knackte und klapperte plötzlich. Sie flüchtete noch in derselben Nacht aus dem Schattenreich, nahm die Sense zu ihrem Scutz mit und irrt seither durch die Welt.

Man erzählt sich seit dieser Zeit, der Tod sei eine Frau mit einer wunderschönen Stimme.

 

(Diese Geschichte erschien im Sperlingverlag

 

 

Erntedank und Gipfelstürmer

Im Herbst bündelt die Natur noch einmal all ihre Kräfte. Sie tröstet uns mit ihrer rot-goldenen Farbenvielfalt, den Früchten und all ihrer Pracht über die vergangenen Tage des Sommers hinweg.iv

Die Generationen vor uns lebten näher an der Natur, insbersondere die mit eigener Land- und Viehwirtschaft. Im Herbst wurde intensiv gearbeitet, aber auch gefeiert. Wenn die Blätter fallen, beginnen nach der Traubenernte die Winzerfeste, sowie das Erntedankfest.

Die Früchte an den Bäumen scheinen zeitgleich zu reifen. Sie müssen geerntet werden, zu Mus und Marmelade verkocht, eingeweckt oder im Steintopf eingelegt werden, wie zum Beispiel Sauerkraut, saure Gurken oder Salzbohen.

Kartoffeln wurden bis in die fünfziger Jahre noch nach Größe handverlesen und später eingekellert. Es hieß, wer die Kartoffelernte eingebracht hatte, konnte Erntedank feiern. In der bunten Jahreszeit reifen Bucheckern, Eicheln und Kastanien in den Wäldern. Wer ein Schwein im Stall hatte, konnte sich glücklich schätzen, doch nur die wenigsten Tiere wurden im Winter durchgefüttert. Spätestens nach Allerheiligen wurden sie geschlachtet. Wer allerdings einen Nachzögling im Stall hatte, fütterte ihn  im Winter durch. Die Waldfrüchte waren ein gutes Zubrot für die Tiere, insbesondere die Eichelmast. Auch Esskastanien wurden gesammelt und nach alten Rezepten in Kuchen verbacken, oder einfach im Feuer geröstet. Wir kennen sie als Maronen von den Herbst- -und Wintermärkten.

Beinahe alles, was die Natur hervorbrachte diente als Wintervorrat. Hasel- und Walnüsse, Pilze, Sanddorn und Hagebutten, Schlehen oder andere Beeren für Liköre in Alkohol eingelegt.

Frühdunst und Nebelschwaden bringen kühleres Wetter. Die Vögel ziehen fort, Fledermäuse suchen ihre Winterquartiere auf.

Sie tauchen die Welt in mystische Facetten, die sich durch schräg einfallende Sonnenstrahlen verstärken. Das unwirkliche Licht regt die Phantasie der Menschen an. Märchen über Feen und Elfen, die jeden Augenblick aus dem Schatten treten, könnten so entstanden sein. Spätestens bis zum Lichterfest an Sankt Martin sollte genügend Feuerholz gespalten und eingelagert sein.

Aufkommende Winde begünstigen das Aufsteigen der Drachen, deren bunte Bänder hin und her tanzen. Früher glaubte man es bringe Glück, wenn die Schnur des Windvogels riss, da er Sorgen, Nöte und Ängste in die Ferne tragen würde.

Der Herbst ist der furiose Abschied des Sommers


Gartenglück


Für meine Großeltern bedeutete ein eigenes Stück Land mit Obstbäumen, Beerensträuchern und selbst gezogenem Gemüse ein Stück Lebensqualität.
Sie erlebten den Weltkrieg mit all seinen Entbehrungen, der Kälte des Winters und der Flucht. Vielleicht bedeutete ihnen gerade deshalb das eigene Stück Garten so viel. Es war für sie die Unabhängigkeit der Selbstversorger.
Der Boden wurde umgegraben und belüftet, Komposterde selbst hergestellt. Setzlinge auf der Fensterbank gehegt und gepflegt, ehe sie ausgebracht wurden. Erst mussten die Eisheiligen vorüber sein, damit eventuelle Nachtfröste keinen Schaden mehr anrichten konnten.
Meine Oma sammelte in heißen Jahren Kartoffelkäfer von den Pflanzen ab, stellte Bierfallen gegen Schnecken auf, und Ameisen vertrieb sie mit Zimt. Ihr Garten wurde zu jeder Zeit biologisch bearbeitet. Pflanzenjauchen stärkten die Jungpflanzen oder halfen Rüsselkäfer und Läuse abzuwehren.
Kräuter für Salate und Gemüse waren wichtige Gewürze in der Küche. Fruchtfolgen wurden vorbestimmt: sobald das erste frühe Gemüse geerntet wurde, folgten die nächsten Sorten, die mehr Wärme und Sonne benötigten.
Einer meiner Großväter pflanzte in den fünfziger Jahren selbst gezogenen Tabak an. Eine Pflanze fand mein Vater zufällig fast drei Jahrzehnte später wieder, als er ein neues Kompostgitter anlegte. Als Raucher in jender Zei,t legte er einige Blätter zum Trocknen aus und probierte den Tabak selbstverständlich auch.
Hühner, Enten oder Kaninchen fanden oftmals ein schattiges Plätzchen im Garten. Der Kaninchen- wie Hühnermist wurde untergegraben und düngte die Erde. Starkzehrer wie Kartoffeln, Tomaten und Gurken gediehen meist prächtig.
Ende Juni, spätestens Anfang Juli wurde das Erdbeerbeet bearbeitet,Jungpflanzen ausgedünnt oder verpflanzt. Die Altpflanzen kamen in frische Erde. Auf das ursprüngliche Erdbeerbeet wurden Grünkohlpflanzen gesetzt. Otmals spielte der Stand des Mondes eine wichtige Rolle, dessen Aussathinweise schon seit Jahrtausenden ohne Veränderung Anwendung finden. Über Sommer füllte sich die Vorratskammer mit Einweckgläsern, in denen Erdbeeren, Kirschen, Äpfel, Pflaumen oder Birnen als Kompott eingekocht wurden. Im Spätsommer wurde Weißkohl mit Salz zu Sauerkraut eingestampft. Eine Kanne
aus frisch gebrühten Pfefferminztee kam allabendlich im Herbst auf den Tisch. Frische Kartoffeln, gekocht, gebacken, gestampft oder gebraten rundeten den Speiseplan ab, ebenso Gemüsesuppen.
Zu Allerheiligen war das eingelegte Sauerkraut ausgereift und wurde zum Sonntagsbraten als Schmorkraut gereicht.
Im Zweifelsfalle ernährte der Garten mit frischen Erträgen die Familie. Was fehlte, konnte zum größen Teil aus den eingeweckten Vorräten oder dem Grundnahrungsmittelbestand ergänzt werden.
Zum GLÜCK fehlt also nur der eigene Garten. ...!

 

"Ist doch nur ein Leckerli"

Unser jüngstes Kind war nach manch einer „kleinen Einkaufsrunde im Ort“ regelrecht beladen mit Süßwaren. Als es etwa zweieinhalb Jahre alt war, wusste es bereits genau, in welchen Geschäften es „ein Leckerchen“ gab…
Beim Metzger eine Scheibe Wurst,
beim Bäcker ein süßes Brötchen mit den ekeligen, roten Lollis. Dabei bemühte ich mich vergeblich, den Damen in der Bäckerei klar zu machen, dass unser Kind allergisch auf den roten Farbstoff reagierte…! Einmal erhielt ich die schnippische Antwort, dann werfen Sie ihn doch weg – klar, wenn die Verkäuferin dem Kind das Brötchen mit dem "klebrigen Teil" in die Hand drückt.. Dann ist es die „böse Mama“, die den Lutscher aus dem Brötchen nimmt - nicht die Verkäuferin!
Beim Fischhändler gab es eine Minitüte mit Gummibärchen und in der Apotheke eine Minitüte mit Schokolinsen und Traubenzucker dazu. Damit war beinahe der Wochenvorrat an Süßwaren in einer knappen Stunde beisammen…

Im Laufe der Zeit bemerkte ich, dass es keinen Sinn machte, mit den Leuten zu diskutieren, oder Erklärungsversuche zu starten. Also schloss ich ein Abkommen mit meinem Kind. Alles, was es unterwegs erhielt und eingepackt war – bis auf eine Scheibe Wurst – wurde in den Einkaufskorb für später gelegt. Manch einer wird nun sagen, aber das Brötchen bekommen die Kids doch direkt in die Hand gedrückt… Auch hier wandte ich eine kleine List an und erklärte, dass das Kind gerade erst gegessen hätte, man möge es bitte in eine Tüte packen... Ja, ja, ich weiß, Mamas können so gemein sein...!

Daheim teilten wir die Süßigkeiten mit dem „Geschwisterkind“, welches bereits Vorschulkind war, und beide hatten Freude an den „Leckerchen“.
Auf diese Art und Weise reduzierte sich nicht nur die Zuckerzufuhr, nein, der Lerneffekt, dass man durchaus auch etwas abgeben kann, und teilen sollte, wurde spielerisch unterstützt…!

 


Erlebnis Rehabilitation


Was mich in meiner ersten Rehabilitation erwarten würde, ahnte ich wirklich nicht. Die Ziele für meine Genesung hatte ich im Vorfeld aufgeschrieben, Stressfaktoren eingerechnet und alle nötigen Papiere wie Röntgen-CD´s besorgt.

Bei all den Hochglanzbroschüren und Internetauftritten, sowie der Werbung im Allgemeinen, ist man geneigt, zu glauben, was einem suggeriert wird:

 

- an einen "Wellnesstempel" mit natürlicher Mineralwasserquelle

- dem persönlichen Therapeutenteam für Krankengymnastik und Ergotherapie

- dem versprochenen Komfort in den Zimmern

- einer Cafeteria mit Sterneküche ...


Spätestens vor Ort erkennt man, vieles wird "schöngeredet, oder hübsch abgelichtet"...

Letztendlich liegt es an unserer Wahrnehmung - wir glauben, was wir sehen.

Der Kurort, in dem ich mich seinerzeit befand, war kein "unbekanntes Örtchen". Von je her wurde hier gekurt!

Herzöge, Adel, Prinzregenten, selbst ein Zar gab diesem Städtchen die Ehre und der Glanz vergangener Zeiten begleitete den Besucher auf Schritt und Tritt. Beinahe an jedem Haus fand sich eine Plakette oder Gedenktafel mit historischen Verweisen auf diese Persönlichkeiten. Kein Wunder also, dass der Chefarzt in seiner Begrüßungsrede ebenfalls auf die Historie verwies....

Vielleicht glaubten deshalb einige Damen, der Adel wäre noch immer präsent und unterwarfen sich einem strengen Modediktat. Da kam ich mit meiner schlicht geschnittenen, aber praktischen Sportbekleidung kaum mit! Es musste ein Top drunter, eine Tunika mit Spaghettiträgern drüber und dazu das Luis Vuitton-Täschchen zur Gymnastik für die Hallenschuhe und Wasserflasche sein....

Der Badeanzug von weiß Gott wem entworfen, dazu Bikini oder Tankini mit Rüschen und Schleifen verziert waren die Eyecatcher der Rehamode. Deren zweifelhafte Tauglichkeit sich spätestens im Wasser offenbarte. Bei der Wassergymnastik rissen Träger oder der Stoff gab so extrem nach, dass der Ausschnitt bis zum Bauchnabel rutschte. Einigen teilnehmenden Herren dürfen "diese Perspektive" durchaus gefallen haben. 

Modisch waren die Herren im Vorteil. Ihnen genügte im Regelfall ein T-Shirt mit der Aufschrift ihrer Lieblingsbiermarke.

Es gab auch modebewusstere Herren. Sie bevorzugten Shirts mit Sprüchen wie:

Bitte küssen, ich bin Italiener!

Oder: Anfassen erlaubt....

Der Kurschatten war das Unwort der Rehabilitationseinrichtung. Heute heißt es kurz

RÜP = Rehabilitations-Überbrückungs-Partner

Am Ende der ersten Woche zeichneten sich bereits die ersten RÜP-Paare ab.

Zwei Mal in der Woche war An- wie Abreisetag. Das Menschengewimmel im Eingangsbereich und rund um die Cafeteria vermittelte einem das Gefühl Teil eines Ameisenstaates zu sein.

Irgendwann tauchte dann doch noch ein prominenter Mensch auf - jedenfalls sah er einem Prominenten sehr ähnlich. Sehr zur Freude der oben beschriebenen Supermodels. Ein stattlicher Mann. Besonderes Augenmerk lag auf seinem Bart, eine Klasse für sich: Wie im Kino waren Perlen eingeflochten. Seine Haare trug er nicht offen, (denn da waren kaum welche), der Rest war zu einem schlichten Pferdeschwanz gebunden.

Lederjacke, coole Brille, die eingeflochtenen Bändchen im Bart, fuhr er mit dem Motorrad die Auffahrt hinauf.  Das Alter machte auch vor ihm nicht halt. Auch er hatte seine Probleme - Schlafstörungen auf jeden Fall, denn er knatterte  kurz vor sechs Uhr in der Frühe mit seinem Motorrad um die Klinik. Verwegener Blick und bei genauer Betrachtung hatte er durchaus Ähnlichkeit mit Gandalf dem Grauen aus Herr der Ringe - in jüngeren Jahren....

Am Ende der Kurmaßnahme erkannten die meisten Gäste, tendenziell wird auch hier mit Wasser gekocht, sowie gute Selbstdarstellung fürs Marketing betrieben.

Letztendlich sollte das persönliche Wohlbefinden und die Genesung im Fokus stehen. Keinesfalls die Belanglosigkeiten eines Essensplans, der nicht der angekündigten Vier-Sterne-Küche entspricht, oder die modischen Auftritte auf dem tristen Teppichstreifen zwischen Anmeldung und Wasserspender! Die Menschen, die uns vor Ort helfen und mit Ratschlägen, oder mit Tipps für das alltägliche Leben helfen, sind wichtig! Auch nicht nur die Umgebung oder die vermeintliche Sterneküche.

 

Alle Rechte für die hier aufgeführten Texte liegen bei Dorothea Möller

 

 


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